Karstadt könnte mit Kaufhof fusionieren

18. August 2014, 11:58
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Der Zusammenschluss der beiden Warenhausketten würde viele Kaufhaus-Schließungen zur Folge haben

Wien/Essen - Nach der Übernahme des deutschen Warenhauskonzerns Karstadt durch die österreichische Signa-Holding plant deren Hauptgesellschafter René Benko angeblich schon den nächsten Schritt. Bereits 2016 ist laut "Handelsblatt" die Fusion von Karstadt mit Kaufhof zur einer Warenhaus AG geplant. Auch von Analysten wird die Idee thematisiert. Zuvor wird von Benko ein Rettungsplan für Karstadt erwartet.

Das eigentliche Ziel von Benko sei die Fusion der beiden Warenhausketten Karstadt und Kaufhof, schreibt das "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Die Logik liegt auf der Hand", zitiert die Zeitung einen Signa-Manager. Demnach solle Kaufhof spätestens 2016, wenn Karstadt saniert sei, übernommen werden. Aktuell gebe es aber keine Gespräche zwischen Metro und Benko, Benko sei jedoch schon auf der Suche nach Verbündeten.

Mit der Fusion von Karstadt und Kaufhof entstünde ein Monopolist mit einer zentralen Verwaltung und profitabler Aufteilung der Standorte, so der Bericht weiter. Über diese Monopol-Idee hätten schon der frühere Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und der Kaufhof-Eigentümer Metro nachgedacht. Bisher seien alle Fusionsbemühungen gescheitert, jetzt sei Benko am Zug.

Fokus auf das Renditepotenzial

Aufgrund dieser neuen Spekulationen über eine Deutsche Warenhaus AG haben die Analysten der Commerzbank heute ihre Metro-Bewertung auf "Add" mit einem Kursziel von 33 Euro bestätigt. Eine Fusion würde angesichts der Konkurrenz durch den Online-Handel viele Kaufhausschließungen zur Folge haben. Der neue österreichische Karstadt-Besitzer müsse einen Rettungsplan vorlegen und dies nicht nur mit Blick auf finanzielle Zusagen, schreibt der Analyst Jürgen Elfers. Er glaubt, dass Benko den Fokus auf das Renditepotenzial erstklassiger Einzelhandelslagen legen wird.

Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat unterdessen vom neuen Karstadt-Eigentümer ein umfassendes Konzept für die Zukunft der angeschlagenen Warenhauskette gefordert. "Es muss tragfähig, es muss nachhaltig sein. Es braucht eine Strategie. Dazu gehört: Wie müssen die Sortimente aussehen, wie sollen die Häuser an den einzelnen Standorten ausgerichtet sein, damit die Arbeitsplätze sicher sind", so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. (APA, 18.8.2014)

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    grafik: apa
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