Italiens Marine rettete mehr als 1.900 Bootsflüchtlinge

18. August 2014, 10:04
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Bereits rund 100.000 Migranten 2014 in Mittelmeerstaat gelandet

Rom - Die italienische Marine hat über das dreitägige "Ferragosto"-Wochenende mehr als 1.900 Bootsflüchtlinge aus Nordafrika im Mittelmeer gerettet und aufs Festland gebracht. Etwa 700 Migranten kamen am Montag in der Früh mit dem Amphibienfahrzeug "San Giusto" in Salerno (Kampanien) an, wie die Marine mitteilte. Eine Fregatte hatte am Freitag 1.004 Flüchtlinge in Neapel an Land gehen lassen.

In Reggio Calabria wurden 212 Migranten aufgenommen. Küstenwache und mehrere Handelsschiffe unterstützten die Marine. Zwei Migranten überlebten die gefährliche Überfahrt nicht. In diesem Jahr erreichten bereits etwa 100.000 Migranten Italien, 2013 waren es insgesamt nur 43.000.

Kritik der Lega Nord

Indessen kritisierte die rechtspopulistische Oppositionspartei Lega Nord die Regierung scharf, dass Österreichs Polizei in Abstimmung mit Rom 48 Migranten auf dem Weg in die Alpenrepublik abgefangen hat. "Die österreichische Polizei hat die Migranten in Busse gesteckt und sie nach Italien zurückgeschoben. Es ist einfach peinlich", sagte Lega-Politiker Maurizio Fugatti zur Flüchtlingspolitik.

Der Trentiner Lega-Regionalratsabgeordnete Fugatti warf der Regierung unter Premier Matteo Renzi vor, keinerlei Strategien im Umgang mit den Flüchtlingsströmen zu haben. Sie sei vollkommen desorientiert. Zudem sei die Regierung nicht in der Lage, die Sicherheit und die Gesundheit ihrer Bürger zu garantieren.

Die Lega Nord fordert seit Monaten mit Nachdruck das Ende der seit Oktober laufenden Mission "Mare Nostrum" zur Rettung von Flüchtlingen in Seenot. Die Rettungsaktion fördere den Menschenhandel über das Mittelmeer lediglich, argumentiert die Lega. (APA, 18.8.2014)

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