Analystenstimmen vom 18.8.

18. August 2014, 16:40
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Analysten zu Flughafen Wien, Semperit, RBI, Telekom Austria

Analysten sehen Gewinnanstieg bei Flughafen Wien

Für die am Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Halbjahreszahlen des Flughafen Wien sehen Analysten einen leicht gesteigerten Gewinn. Der Nettogewinn dürfte um vier Prozent steigen, der Umsatz wiederum nahezu unverändert bleiben - so lautet die Konsensusschätzung der von der APA befragten Analysten von Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB).

Während der Nettogewinn um durchschnittlich plus vier Prozent höher bei 42,4 (Vorjahr: 40,9) Mio. Euro erwartet wird, sehen die Experten den Umsatz auf nahezu konstantem Niveau. Er stagniert den Prognosen zufolge im Schnitt bei 306,2 Mio. Euro, im Vorjahr lag er bei 304,8 Mio. Euro.

Beim operativen Ergebnis (EBIT) und beim EBITDA sehen die Analysten einen Anstieg um jeweils sechs Prozent. Das EBIT wird auf durchschnittlich 63 Mio. Euro geschätzt, im Vorjahr betrug es 59,4 Mio. Euro. Das EBITDA sollte von 120,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 127,3 Mio. Euro geklettert sein.

Bernd Maurer von der RCB sieht vor allem das Passagierwachstum von fünf Prozent als positiv für den Flughafen. Dies stütze den Umsatz. Zudem habe das Management des Airports bewiesen, dass die Kosteneinsparungen nachhaltig sind.

Auch Erste-Analyst Thomas Unger erwähnt die gestiegenen Passagierzahlen, von denen der Flughafen profitiere. Dass Ostern dieses Jahr ins zweite Quartal gefallen ist, hat im zweiten Quartal die Zahlen beflügelt. Die Profitabilität dürfte ähnlich dem Vorjahresniveau sein.

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Analysten erwarten Gewinn- und Umsatzanstieg bei Semperit

Der Gummi- und Kautschukhersteller Semperit hat laut Analysten sowohl Gewinn als auch Umsatz im ersten Halbjahr 2014 leicht steigern können. Die Schätzungen der Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und Kepler Cheuvreux sehen im Durchschnitt einen Umsatzanstieg um fünf sowie eine Gewinnsteigerung um zwei Prozent.

Der Umsatz wuchs laut Schätzungen auf durchschnittlich 472 Mio. Euro, er betrug im Vorjahr 451,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg demnach ebenfalls, und zwar um neun Prozent zum Vorjahreswert von 43,7 Mio. Euro auf im Schnitt 47,4 Mio. Euro. Beim Gewinn sehen die Analysten eine kleine Steigerung um zwei Prozent auf 28,9 (Vorjahr: 28,2) Mio. Euro.

Die Analysten der Erste Group sehen die niedrigen Rohstoffpreise, ganz besonders die Gummi-Preise, als Umsatzdämpfer für das österreichische Unternehmen. Gleichzeitig helfen die niedrigen Preise aber auch der Profitabilität von Semperit.

Auch Kepler erwartet, dass Semperit von den niedrigen Gummi-Preisen profitieren kann. Diese seien für die Profitabilität in den thailändischen Produktionsstandorten förderlich. Steigende Strom- und Gaspreise könnten dies aber ausgleichen. Die Experten sehen Wachstum in den Sparten Sempermed (medizinische Handschuhe) und Semperflex (Hydraulik- und Industrieschläuche). Für die Sempertrans-Sparte, die vor allem Fördergurte erstellt, erwarten die Analysten hingegen eine rückläufige Performance.

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JPMorgan senkt Anlagevotum von RBI

Die Wertpapierexperten von JPMorgan haben das Anlagenvotum der Raiffeisen Bank International (RBI) von "Overweight" auf "Neutral" gesenkt. Das Kursziel kappten sie ebenfalls von 37 auf 24 Euro.

Gründe für die Abstufung seien eine Verschlechterung bei den ukrainischen und russischen Tochtergesellschaften sowie eine langsame Erholung bezüglich der Hypotheken-Lösung in Ungarn, schreiben die Analysten in ihrer Studie. Es scheine als würden die RBI-Aktien einige Risiken in sich bergen, heißt es weiter. Auf der positiven Seite würden Polen, Tschechien, Rumänien und die Slowakei den Druck etwas lindern.

Risiken für die weitere Bewertung nach unten sind für die Analysten unter anderem die Verschlechterung im geopolitischen Umfeld, Rezession in der Europäischen Union, weitere Währungsabwertungen in den Schlüsselmärkten sowie erhebliche Abschreibungen bezüglich Tochtergesellschaften. Aufwärtsrisiken seien unter anderem eine Stabilisierung bezüglich der Situation in Russland und der Ukraine und eine bessere Wirtschaftsentwicklung in den CEE-Staaten.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die JPMorgan-Analysten 0,19 Euro für 2014, sowie 1,83 bzw. 3,28 Euro für die beiden Folgejahre. Sie erwarten weiters keine Dividendenzahlung für die kommenden drei Jahre.

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Barclays erhöht Telekom Austria-Kursziel

Die Wertpapierexperten von Barclays erhöhen das Kursziel der Telekom Austria von 5,00 auf 7,00 Euro. Die Aktie wird weiterhin mit "Equal Weight" bewertet.

In der außerordentlichen Hauptversammlung der Telekom Austria vergangene Woche wurde von den Aktionären eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro beschlossen. Laut Analysten sind damit Investitionen in Osteuropa und Ausgaben im Glasfaser- bzw. LTE-Bereich möglich. Die Erhöhung verbessert die Kapitalisierung der Telekom Austria und liegt damit nun im europäischen Durchschnitt.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die Barclays-Analysten 0,18 Euro für 2014, sowie 0,42 bzw. 0,58 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 0,05 Euro für 2014, sowie 0,05 bzw. 0,95 Euro für 2015 bzw. 2016.

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HSBC senkt Telekom Austria-Kursziel

Die Wertpapierexperten der HSBC haben das Kursziel der Telekom Austria-Aktien von 7,20 auf 7,15 Euro gesenkt. Die Aktienbewertung wird bestätigt, sie lautet weiter "Underweight".

Die Experten erwarten einige Einmaleffekte beim österreichischen Telekommunikationsunternehmen. Hierzu zählen Währungs- und Buchhaltungseffekte, die sich negativ auswirken könnten. Gleichzeitig sehen die Analysten positive Trends in der Mobil-Sparte, die vor allem das Ergebnis am Heimatmarkt stützen könnten. Weiters erwartet HSBC, dass Hutchison nach der LTE-Auktion im vergangenen Jahr Schwierigkeiten am Markt bekommen könnte. Die Experten rechnen damit, dass T-Mobile und Telekom Austria den Market dominieren und 3 Hutchison an den Rand drängen werden.

Beim Ergebnis je Aktie erwarten die HSBC-Analysten einen Verlust von 0,61 Euro für 2014, sowie Gewinn von 0,41 bzw. 0,45 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 0,05 Euro für 2014, sowie 0,05 bzw. 0,06 Euro für 2015 bzw. 2016. (APA, 18.8.2014)

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