Allemal interessant - oder eine Zumutung für alle?

Ansichtssache17. August 2014, 18:19
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foto: orf/milenko badzic

Allemal interessant

Wenn das Fernsehen Menschen ein Forum bietet, die aus persönlicher Betroffenheit von Arbeitslosigkeit, Krankheit, finanziellen Engpässen erzählen, dann ist das nur ein Ausschnitt von Realität, nicht unbedingt repräsentativ. Kein Wunder, dass sich Politiker, die in den neuen ORF- Sommergesprächen auf diese Leute treffen, schwertun. Politik ist ein kompliziertes Geschäft: Sie ist nicht für den Einzelfall gedacht, muss das Allgemeinwohl im Auge haben (was immer Politiker und Partei darunter verstehen) und soll obendrein nicht populistisch sein.

Genau das macht das neue Format aber interessant. Wozu ist ein sommerliches politisches Gespräch gut, wenn nicht dazu, um Politikern dabei zuzusehen, wie sie mit Menschen umgehen. Das lässt sich nur bedingt vorher einüben und gibt viel über Persönlichkeit und Charakter der jeweils Interviewten preis. Kein TV-Zuseher wird ernsthaft erwarten, dass in einer knappen Dreiviertelstunde große Probleme gelöst werden. Insofern ist es müßig zu kritisieren, dass mehrere Themen in einer Sendung "durchgehechelt" werden.

Interessant und abwechslungsreich ist es allemal. Das dürfen Sommer-Politiksendungen auch sein, da will man ohnehin nicht mit Budgetmilliarden und Verwaltungsreformdetails erschlagen werden. Und Moderator Peter Resetarits darf tun, was er am besten kann: im Sinne der "Bürger" agieren. Nichts wäre seltsamer als eine Armin-Wolf-Kopie. (Petra Stuiber)

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