Zwei Tote unter 1.500 neuen Migranten in Italien 

15. August 2014, 16:32
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Innenminister Alfano: EU muss "Mare Nostrum" übernehmen

Rom - Etwa 1.500 Flüchtlinge aus Nordafrika haben am Freitag über das Mittelmeer die Küsten Italiens erreicht. Zwei von ihnen überlebten die gefährliche und anstrengende Überfahrt nicht, wie Italiens Innenminister Angelino Alfano auf der Insel Lampedusa mitteilte. Er forderte erneut mehr europäische Unterstützung.

Angesichts von bereits rund 100.000 Bootsflüchtlingen in diesem Jahr verlangte Alfano einmal mehr ultimativ, Europa müsse die italienische Hilfs- und Kontrollmission "Mare Nostrum" bald übernehmen. Sonst werde sich Rom gezwungen sehen, selbst über das weitere Vorgehen zu entscheiden, drohte Alfano. Die Mission der Marine war im Oktober 2013 begonnen worden; der Migrantenansturm vor allem seit Jahresbeginn überfordert Italien erheblich.

Medizinische Kontrollen

Die italienische Marine brachte mehr als 1.000 Migranten verschiedener Nationalitäten nach Neapel. Von dort aus sollen sie nach ihrer Identifizierung und medizinischen Kontrollen auf mehrere Aufnahmelager verteilt werden. Einer der beiden Toten kam mit dem Marine-Schiff "Borsini", das mehr als 200 Flüchtlinge vor allem aus Zentralafrika nach Reggio Calabria brachte.

In der Nacht war in Pozzallo auf Sizilien ein Boot mit 279 Menschen an Bord angekommen, darunter 66 Frauen und 31 Minderjährige. Dieses Flüchtlingsboot war von der Marine zunächst nicht bemerkt worden. Damit haben 2014 schon 100.000 Migranten Italien erreicht. Im gesamten Jahr 2013 waren es nur 43.000. (APA, 15.8.2014)

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