Britische Wirtschaft mit Wachstumsschub

15. August 2014, 11:24
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Die britische Wirtschaft überflügelt mit dem vergleichsweise kräftigem Wachstum nahezu jedes Land der Eurozone

London - Die britische Wirtschaft legte in den Monaten April bis Juni um 0,8 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt ONS am Freitag in einer zweiten Schätzung mitteilte. In der konjunkturell stagnierenden Eurozone hat nur Lettland mit einem Plus von 1 Prozent eine höhere Wachstumszahl zu bieten.

Zum Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Großbritannien sogar um 3,2 Prozent zu und damit einen Tick stärker als zunächst erwartet. Das ist die höchste Zunahme seit mehr als sechs Jahren.

Hauptgrund für die Revision war nach Angaben des ONS, dass sich die Baukonjunktur besser entwickelte als zunächst berechnet. Die Wirtschaft auf der Insel hat die Schwächephase nach der weltweiten Finanzkrise abgehakt. Die Wirtschaftsleistung ist insgesamt wieder höher als Anfang 2008. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Land 2014 ein um 3,2 Prozent anziehendes BIP voraus. Damit dürfte es stärker als jedes andere große Industrieland wachsen. Deutschland, dessen Wirtschaft im Frühjahr leicht schrumpfte, traut der Fonds 2014 ein Plus von 1,9 Prozent zu.

Einbruch geringer als erwartet

Nach revidierten Daten des Statistikamtes in London war auch der Wirtschaftseinbruch in der Finanzkrise nicht so tief wie ursprünglich berechnet: Demnach schrumpfte die Wirtschaft im Rezessionsjahr 2008 nur um 0,3 Prozent und nicht um 1,1 Prozent. Die Bank of England hält den Leitzins seit mehr als fünf Jahren auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent und hat trotz der brummenden Wirtschaft keine Eile mit einer Erhöhung. Der Notenbanker David Miles verwies im Gespräch mit der BBC jüngst auf erste Signale, die eine Abkühlung am Häusermarkt anzeigten. Zugleich sei vorerst nicht mit einem starken Anziehen der Verbraucherpreise zu rechnen.

Experten erwarten, dass die BoE erst Anfang kommenden Jahres die Zinszügel anziehen wird. Sie wäre damit aber international voraussichtlich Vorreiter unter den großen Notenbanken. In der Eurozone wird wegen der stagnierenden Wirtschaft und der anhaltenden Deflationssorgen erst später mit der Zinswende gerechnet. (APA, 15.8.2014)

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