Mysteriöses Signal aus dem All deutet auf Dunkle Materie hin

Ansichtssache17. August 2014, 21:43
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foto: chandra/nasa/esa

Mögliches Signal von Dunkler Materie

Astronomen haben bei der Analyse von Röntgenstrahlung aus einem fernen Galaxienhaufen ein Signal ausgemacht, dessen Quelle und Ursache ihnen Rätsel aufgibt. Einige Forscher spekulieren nun, dass es sich um einen ersten (wenn auch schwachen) direkten Beleg für Dunkle Materie handelt. Dieser mysteriöse, hypothetische Stoff dient Astrophysikern als mögliche Erklärung für die außergewöhnlich hohe Umlaufgeschwindigkeit von Sternen an den äußeren Rändern von Spiralgalaxien. Darüber hinaus machte sich Dunkle Materie auch beim Gravitationslinsen-Effekt im fernen All bemerkbar.

Bei der Untersuchung von Röntgenstrahlung, die zur Identifizierung unterschiedlicher Elemente - etwa Sauerstoff, Magnesium, Silizium oder Eisen - im dünnen Gas zwischen den Galaxien herangezogene wird, haben die Forscher nun ein Signal mit einem Energiewert von 3.56 keV gefunden, das sich keinem der Elemente zuordnen lässt. Bei einer erweiterten Suche, unter anderem mit dem NASA-Weltraumteleskop "Chandra", wurde das selbe Signal auch bei anderen Galaxien-Clustern festgestellt. Eine der Erklärungsthesen der Astrophysiker lautet: Das Röntgensignal entstand beim Zerfall von sogenannten "sterilen Neutrinos", hypothetischen Elementarteilchen also, die als vielversprechende Kandidaten für die Dunkle Materie gelten. Als Entdeckung kann das Signal derzeit allerdings noch nicht gewertet werden, dafür liegt seine statistische Signifikanz noch unter dem entsprechenden Schwellenwert. Doch neue Teleskope mit einem höheren Auflösungsvermögen könnten schon in den nächsten Jahren den entscheidenden Durchbruch bringen.

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