Russischer Oppositioneller Nawalny plädiert auf nicht schuldig

14. August 2014, 16:02
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Kreml-Kritiker soll Yves Rocher betrogen haben

Moskau - Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny und sein Bruder Oleg haben im Betrugsprozess um die französische Kosmetikfirma Yves Rocher auf nicht schuldig plädiert. "Ich akzeptiere die Vorwürfe der Anklage nicht. Diese Vorwürfe ergeben keinen Sinn", sagte Alexej Nawalny nach der Verlesung der Anklage in einem Moskauer Gericht am Donnerstag.

Den beiden Brüdern wird vorgeworfen, Yves Rocher um 27 Millionen Rubel (550.000 Euro) betrogen zu haben, indem sie der Firma für geleistete Dienstleistungen überhöhte Preise berechneten. Sie sollen zudem eine weitere Firma um vier Millionen Rubel (83.000 Euro) betrogen haben. Das Geld wurde laut der Anklage von den beiden Brüdern und ihren Angehörigen gewaschen.

Zehn Jahre Haft drohen

Der 38-jährige Kreml-Kritiker Nawalny hatte im Winter 2011/2012 zu den Anführern der Proteste gegen die erneute Kandidatur Wladimir Putins für das Präsidentenamt gehört. Bei der letzten Moskauer Bürgermeisterwahl kam Nawalny auf den zweiten Platz. Die Behörden lehnten eine Zulassung seiner Oppositionsbewegung als Partei ab.

Nawalny sieht das Yves-Rocher-Verfahren ebenso wie weitere gegen ihn angestrengte Prozesse als politisch motiviert an. Im Juli 2013 war er wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, später wurde die Strafe auf Bewährung ausgesetzt. Allerdings wurden kurz darauf weitere Verfahren gegen Nawalny eröffnet, darunter der Prozess zu Yves Rocher. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag fallen. (APA, 14.8.2014)

  • Die Nawalny-Brüder vor Gericht.
    foto: reuters/zmeyev

    Die Nawalny-Brüder vor Gericht.

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