Fünf Tote bei Protesten der Muslimbrüder in Kairo

14. August 2014, 18:38
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Ein Polizist unter den Opfern

Kairo - Am Jahrestag der blutigen Zerschlagung von Protestcamps der Muslimbrüder in Ägypten sind bei Krawallen und bewaffneten Übergriffen mindestens fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden vom Donnerstag war darunter auch ein Polizist. Laut Zeugen und lokalen Medien kamen ferner vier Demonstranten ums Leben.

Im August vergangenen Jahres hatten Polizei und Militär eine Großkundgebung der Muslimbruderschaft am Rabia-al-Adawija-Platz in Kairo und weitere Protestlager von Islamisten gewaltsam aufgelöst. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kamen damals mindestens 817 Demonstranten ums Leben. Die Protestierenden waren Anhänger des zuvor gestürzten Präsidenten Mohammed Morsi. Der Islamist war im Juli 2013 vom jetzigen Amtsinhaber und damaligen Armeechef Abdel Fattah al-Sisi nach Massenprotesten abgesetzt worden. Die Muslimbruderschaft ist inzwischen verboten.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Die islamistische Bewegung hatte für Donnerstag zu Demonstrationen aufgerufen. Die Sicherheitskräfte in Kairo waren in erhöhter Alarmbereitschaft. Sie riegelten den zentralen Tahrirplatz in Kairo, den Rabia-al-Adawija-Platz sowie große Zufahrtstraßen der Stadt mit Dutzenden Panzerfahrzeugen ab.

Nach Angaben von Augenzeugen starben zwei Demonstranten an Schussverletzungen, die sie bei Zusammenstößen von Unterstützern und Gegnern Morsis in der Hauptstadt zugezogen hatten. Zwei weitere wurden laut Nachrichtenportal "Al-Ahram" getötet, als Sicherheitskräfte und Demonstranten aufeinanderprallten. Der Polizist sei von Unbekannten von einem Motorrad aus erschossen worden, hieß es.

"Al-Ahram" zufolge blockierten mehrere Hundert Morsi-Anhänger Straßen mit brennenden Reifen und versammelten sich zu Anti-Sisi-Demonstrationen. Auch in Alexandria und weiteren Städten sei es zu Blockaden und Protesten gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut Innenministerium wurden 63 Islamisten in sieben Städten festgenommen.

Das Londoner Büro der Muslimbruderschaft erklärte, dass die Proteste weiter andauern sollten. Die Ägypter würden ihre "Revolution in allen Städten und Dörfern" solange fortsetzen, bis sie ihr Ziel, die Freiheit, erreicht hätten. (APA, 14.8.2014)

  • Brennende Barrikaden in Kairo.
    foto: reuters/saabi

    Brennende Barrikaden in Kairo.

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