Akademikerball: Zweiter Demonstrant will sich für teilschuldig erklären

16. August 2014, 12:00
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Am Montag startet ein weiter Prozess im Zusammenhang mit der Demonstration gegen den Akademikerball - Hüseyin C. drohen drei Jahre Haft

Wien - Die Demonstration gegen den Akademikerball im Februar bringt am Montag für einen weiteren Demonstranten einen Prozess. Neben Josef S., der in erster Instanz nicht rechtskräftig zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt wurde, ist auch Hüseyin C. angeklagt. Von der Staatsanwaltschaft Wien hieß es im Gespräch mit derStandard.at, dass vier Zeugen geladen seien, davon sind drei Polizeibeamte. Zudem wird ein Video gezeigt, dass die Vorwürfe belegen soll. Ein Urteil wird noch für Montag erwartet.

Dem Beschuldigten wird, wie dem deutschen Studenten Josef S., Landfriedensbruch vorgeworfen. Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter hat ihn zudem wegen versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung, vollendeter und versuchter schwerer Körperverletzung und versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. C. drohen damit bis zu drei Jahre Haft.

Die Verteidigerin des Beschuldigten, Nadja Lorenz, erklärt in einer Stellungnahme an derStandard.at, dass sich ihr Mandant am Montag für eine schwere Körperverletzung schuldig bekennen werde. Es sei richtig, dass er bei der Demonstration gegen den Akademikerball eine Polizistin angegriffen habe. In allen anderen Punkten werde er sich für nicht schuldig erklären.

Hüseyin C. wurde nicht nach dem Akademikerball, sondern bei der Demonstration gegen das rechte "Fest der Freiheit" am 4. Juni in Wien festgenommen. Die Polizeibeamten haben ihn dort als jenen erkannt, der bei dem Demonstration gegen den Akademikerball und bei Demonstration gegen den Aufmarsch der Identitären am 17. Mai in Wien teilnahm.

"Rädelsführer" bei Demonstration gegen Identitäre

Bei der Demo gegen den Akademikerball habe sich Hüseyin C. mit hunderten Demonstranten "zusammengerottet", mit dem Ziel, Gewalttaten gegen die einschreitenden Polizisten zu verüben, heißt es in der Anklageschrift laut APA. Zudem habe er die Polizisten mit Holz- und Plastikstöcken attackiert und eine Beamtin am rechten Unterarm verletzt.

Laut Staatsanwalt soll der Beschuldigte bei der Demo am 17. Mai als "Rädelsführer" aufgetreten sein und Uniformierte mit Fußtritten und Faustschlägen attackiert haben, zudem habe er "nicht mehr feststellbare Polizeibeamte" mit Flaschen und Steinen beworfen. C. habe zudem andere Demonstranten zu Gewalttaten motiviert und aufgefordert. Bei seiner Festnahme beim "Fest der Freiheit" habe C. außerdem Widerstand geleistet, so der Staatsanwalt.

Wie derStandard.at berichtete, gibt es im Zuge der Landfriedensbruchs-Ermittlungen rund um den Akademikerball insgesamt circa zehn ausgeforschte Täter. Es wird gegen mehrere hundert Demonstranten ermittelt, in den meisten Fällen ebenfalls wegen Landfriedensbruchs. Dabei handelt es sich um vorerst unbekannte Verdächtige. (koli/APA, derStandard.at, 16.08.2014)

  • Es wird noch gegen mehrere hundert Demonstranten ermittelt.
    foto: apa/herbert p. oczeret

    Es wird noch gegen mehrere hundert Demonstranten ermittelt.

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