Telekom Austria-Hauptversammlung fixiert 8:2 für Mexiko

14. August 2014, 13:57
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Kein Vertreter der Kleinanleger im Aufsichtsrat - Kemler zur Nicht-Herausgabe des Syndikatsvertrages: Privatwirtschaftlicher Vertrag

Im Fußball würde man von einem Kantersieg sprechen: Im Aufsichtsrat der Telekom Austria steht es künftig 8:2 für Mexiko. Wie erwartet wurden heute in der außerordentlichen Hauptversammlung alle von der Staatsholding ÖIAG vorgeschlagenen Aufsichtsratsmitglieder in das Kontrollgremium gewählt - wodurch nun die mexikanische America Movil (AMX) das Übergewicht im Aufsichtsrat hat.

America Movil

Als Aufsichtsräte werden den Mexikanern zugerechnet: America Movil-Festnetzchef Oscar Von Hauske Solis, AMX-Finanzchef Carlos Garcia Moreno sowie Carlos M. Jarque (zuständig bei America Movil für "Goverment Relations") und Alejandro Cantu Jimenez (zuständig u.a. für Kartellrecht bei AMX). Für Slim im Aufsichtsrat sitzen weiters der Investor Ronny Pecik, die Unternehmensberaterin Elisabetta Castiglioni und zwei österreichische Manager des Zigarettenherstellers Philip Morris, Reinhard Kraxner und Stefan Pinter. Für die ÖIAG übernimmt deren Chef Rudolf Kemler den Vorsitz des Aufsichtsrates, ihm zur Seite steht ÖIAG-Kollege Günter Leonhartsberger.

Vom Betriebsrat der Telekom Austria werden wie bisher fünf Aufsichtsratsmitglieder entsandt. Für die Kleinanleger, die zusammen noch 20,8 Prozent der Telekom-Aktien halten, gibt es keinen Vertreter im Aufsichtsrat, was für Kritik von Kleinanlegern bei der Hauptversammlung sorgte.

"Supertransparent"

Kemler versprach, dass der Aufsichtsrat "supertransparent" vorgehen werde, verweigerte aber weiterhin die Herausgabe des Syndikatsvertrages. Die Vorlage sei nicht Teil des "privatwirtschaftlichen Vertrages".Telekom-Vorstandschef Hannes Ametsreiter betonte, dass dem Vorstand alle zentralen Punkte vorgetragen wurden, der Vertrag ihm aber physische auch nicht vorliege.

Wie erwartet wurde auch eine Kapitalerhöhung von bis zu einer Milliarde Euro von den Aktionären durchgewunken. 98,13 Prozent stimmten für die Kapitalspritze. Der Zeitpunkt für die Erhöhung ist weiter offen. (APA, 14.8. 2014)

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