Der Fußboden als Einbrecherfalle

17. August 2014, 13:08
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Fraunhofer-Entwicklung setzt auf ein Gitter von Drähten, das ein schwaches elektrisches Feld erzeugt - Betreten löst Alarm aus

München - Da liegt ein Hauch "Mission Impossible" in der Luft: Nur nicht den Fußboden berühren heißt es für Einbrecher, wenn eine Entwicklung marktreif wird, von der die Fraunhofer-Gesellschaft berichtet. Der CapFloor registriert, wenn er von Unbefugten betreten wird.

Das System

Hinter dem CapFloor steht ein Team um Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt. Für ihre Entwicklung muss im Unterschied zu bereits bestehenden Alarmsystemen mit Bodensensoren keine mühsam zu wartende Elektronik unter dem Boden montiert werden, sie basiert auf einem Gitter aus einfachen Drähten.

Die Drähte werden von einem sehr schwachen elektrischen Feld umgeben. Bewegt ein Mensch seinen Fuß hindurch, ändert sich das elektrische Feld in diesem Bereich, was einen Alarm auslöst. Für die Gesundheit ist das elektrische Feld den Forscher zufolge risikolos: Während zum Beispiel Touchpads in Laptops mit Spannungen von bis zu 20 Volt arbeiten, nutze CapFloor lediglich etwa eineinhalb Volt.

Verschiedenste Einsatzmöglichkeiten

Dafür könnte der Boden ganz andere gesundheitliche Aspekte haben, denn die Forscher denken an eine weitere Einsatzmöglichkeit: Die Technologie könnte gebrechlichen Menschen zugute kommen, da sie auch registrieren kann, wenn jemand stürzt und Hilfe benötigt. In einem Pilotprojekt werden aktuell über 30 Appartements und Wohngemeinschaften für Demenzkranke mit der Technologie ausgestattet.

Denkbar ist auch die Kombination mit anderen "intelligenten" Haushaltssystemen: So könnte ein Alarm ausgelöst werden, wenn der Gasherd noch eingeschaltet ist, obwohl der Boden registriert, dass sich keine Person mehr in der Küche aufhält.

Laut Wichert soll der CapFloor Mitte des kommenden Jahres in Kombination mit einem Industrieunternehmen auf den Markt gebracht werden. (red, derStandard.at, 17. 8. 2014)

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