Nach Angriffen auf Robin Williams' Tochter: Twitter gelobt mehr Schutz

14. August 2014, 12:57
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Andere Nutzer hatten sie für den Tod ihres Vaters verantwortlich gemacht und Fotomontagen verschickt

Twitter reagiert auf eine Hetzkampagne gegen Zelda Williams: Die Tochter des am Montag tot aufgefundenen Hollywood-Schauspielers Robin Williams war heftig von anderen Twitter-Nutzern beschimpft und bedroht worden. Eine "Handvoll Nutzer“, so Twitter, hatten ihr vorgehalten, Schuld am mutmaßlichen Suizid ihres Vaters zu sein; außerdem schickten sie ihr explizite Fotomontagen, auf denen Robin Williams' Tod abgebildet sein soll.

Twitter will "Unterstützung für Familienmitglieder"

Nach längerem Hin und Her hat Twitter zuerst zwei Nutzerprofile deaktiviert, nun gab es auch ein offizielles Statement. Twitter werde die "Nutzungsbedingungen ändern“ und die Vorgehensweise "evaluieren“, wird ein Unternehmenssprecher in der Washington Post zitiert. Weiters wolle man "Unterstützung für Familienmitglieder von verstorbenen Nutzern“ anbieten und über Maßnahmen beim Thema Suizid nachdenken.

Viele Nutzer klagen über Belästigung

Zelda Williams dürfte allerdings nicht die erste Nutzerin sein, die auf Twitter bedroht und belästigt wird: Tatsächlich thematisieren Datenschützer wie die Electronic Frontier Foundation schon seit Langem fehlende Reaktionen bei Twitter. So wurden etwa Vergewaltigungsdrohungen von Twitter bislang nicht als Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien gewertet, schreibt die Washington Post. "So traurig der Fall Zelda Williams ist - es ist schade, dass erst der Fall eines Prominenten zum Umdenken führt“, zitiert die Zeitung Soraya Chemalaya, die mit Facebook im Bereich Belästigung gegen Nutzer zusammengearbeitet hat.

Lösungen von anderen Firmen verfügbar

Es bleibt fraglich, welche Änderungen Twitter umsetzen wird. Experten empfehlen einstweilen Third-Party-Lösungen wie "Block Together“, das von einem EFF-Mitarbeiter entwickelt wurde. Die Software bietet eine Vielzahl an Optionen, mit denen Interaktionen mit anderen Nutzern eingeschränkt werden können. Denn offenbar tun sich große IT-Konzerne enorm schwer, auf die Themen Belästigung und Suizid angemessen zu reagieren. Im Krisenfall kann in Österreich etwa die Psychiatrische Soforthilfe kontaktiert werden. Unter 01/313 30 wird täglich rund um die Uhr Hilfeleistung geboten. (fsc, derStandard.at, 14.8.2014)

  • Robin Williams mit seiner Tochter Zelda (rechts). Sie wurde nach dem Tod ihres Vaters auf Twitter und Instagram beschimpft
    foto: reuters

    Robin Williams mit seiner Tochter Zelda (rechts). Sie wurde nach dem Tod ihres Vaters auf Twitter und Instagram beschimpft

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