US-Enthüllungsjournalist mit Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet

14. August 2014, 12:29
3 Postings

James Risen droht wegen Schutzes seiner Quellen Gefängnis

Washington - Die Gewerkschaft der US-Zeitungsjournalisten hat den "New York Times"-Reporter James Risen ausgezeichnet, weil er sich seit Jahren trotz drohender Gefängnisstrafe vor Gericht weigert, eine Quelle zu offenbaren. Risen erhalte den Herbert Block-Preis für Pressefreiheit für die Verteidigung der Grundlagen einer freien Presse, erklärte die Newspaper Guild am Mittwoch.

Verliehen wird der Preis demnach im Oktober. Risen muss sich seit Jahren wegen Geheimdienstverrats vor einem Strafgericht verantworten, weil er sich weigert, einen Informanten für sein 2006 erschienenes Buch "Kriegszustand" über die Zusammenarbeit der Regierung von Ex-Präsident George W. Bush mit dem Geheimdienst CIA zu nennen. Unter anderem geht es in dem Buch über eine peinliche CIA-Panne bei einer Operation im Iran. Im Juni wies das Oberste Gericht einen Anruf Risens zurück und erklärte, es werde sich mit dem Fall nicht befassen.

Risen habe nur seine Arbeit gemacht, erklärte der Vorsitzende der Newspaper Guild, Bernie Lunzer. "Er grub nach Informationen, suchte nach Quellen und gewann ihr Vertrauen und enthüllte schließlich einige der schlimmen Wahrheiten hinter dem Antiterror-Krieg". Er habe die US-Bürger über Entwicklungen aufgeklärt, die Washington verschwiegen habe, ohne dabei die nationale Sicherheit zu gefährden - "das ist sein Job".

Der mit 5.000 Dollar (rund 3.700 Euro) dotierte Preis wurde in Erinnerung an den 2001 verstorbenen "Washington Post"-Karikaturisten Herbert Block, einen glühenden Verfechter der Pressefreiheit, geschaffen. (APA, 14.08.2014)

Share if you care.