Separatisten-Anführer in Luhansk tritt zurück

14. August 2014, 11:51
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Kiew schickt eigenen Hilfskonvoi - Russischer Konvoi noch nicht in Ostukraine

In der Ostukraine ist Medienberichten zufolge ein weiterer Anführer der immer mehr in die Defensive geratenen prorussischen Separatisten zurückgetreten. Der Chef der Rebellen in der Hochburg Luhansk, Waleri Bolotow, habe den Schritt damit begründet, dass er seine Funktion wegen einer Verletzung nicht mehr ausfüllen könne, meldete der staatliche russische Sender Rossija 24 am Donnerstag. Seine Nachfolge werde der bisherige Verteidigungsminister der sogenannten Luhansker Volksrepublik, Igor Plotnizki, antreten.

Vor einer Woche hatte sich bereits der Separatisten-Anführer in der Rebellenhochburg Donezk, Alexander Borodai, ablösen lassen. In den Regionen Donezk und Luhansk liefern sich die Separatisten heftige Kämpfe mit Truppen der Regierung in Kiew. Am Montag hatte das Militär erklärt, die Einnahme von Donezk stehe kurz bevor.

15 Lastwagen Richtung Luhansk und Donezk

Die ukrainische Regierung hat die Entsendung eines eigenen Hilfskonvois zu den notleidenden Menschen in den östlichen Rebellenhochburgen angekündigt. Am späten Vormittag würden 15 Lastwagen aus drei Städten nach Luhansk und nach Donezk starten, erklärte die Präsidentschaft am Donnerstag. Das Rote Kreuz werde die 240 Tonnen Hilfsladung unter der Zivilbevölkerung vor Ort verteilen.

Der Konvoi mit Lkws aus Kiew, Dnepropetrowsk und Charkiw (Charkow) werde in der Stadt Starobilsk knapp hundert Kilometer nördlich von Luhansk anhalten und dort vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übernommen, erklärte die Präsidentschaft weiter. Die Regierung in Kiew hatte am Mittwoch beschlossen, umgerechnet 570.000 Euro für die Menschen im umkämpften Osten des Landes bereitzustellen.

300 Kilometer vor ukrainischer Grenze

Das Tauziehen um einen russischen Hilfskonvoi aus rund 280 Lastwagen mit knapp 2.000 Tonnen Hilfsgütern hielt unterdessen an. Der Konvoi war am Dienstag nahe Moskau in Richtung der ukrainischen Grenze gestartet. Weil Kiew dahinter den russischen Versuch vermutet, die Separatisten zu unterstützen und eine Intervention vorzubereiten, will die Regierung die russischen Lastwagen nur unter Aufsicht des Roten Kreuzes und weiteren Auflagen ins Land lassen. Am Mittwochabend hatten die Lastwagen in Woronedsch etwa 300 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt Station gemacht. (APA/Reuters, 14.8.2014)

  • Waleri Bolotow bei Feiern nach der Verkündung der "Luhansker Volksrepublik".
    foto: reuters/ogirenko

    Waleri Bolotow bei Feiern nach der Verkündung der "Luhansker Volksrepublik".

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