Frankreichs Wirtschaft stagniert im Quartal

14. August 2014, 08:16
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Hohe Arbeitslosigkeit, schwächelnder Konsum: die Notenbank erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung

Paris - Die französische Wirtschaft tritt auf der Stelle. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Anfang 2014 hatte die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ebenfalls stagniert.

Die Notenbank des Landes erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung. Die Wirtschaft soll dann um 0,2 Prozent wachsen. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum belastet. Die Regierung geht bisher für 2014 von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus, während der Internationale Währungsfonds (IWF) nur 0,7 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal minimal um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Für das Auftaktquartal revidierte die Statistikbehörde das Wachstum im Jahresabstand etwas nach oben, von zunächst 0,7 Prozent auf 0,8 Prozent.

Durch die Flaute kommt auch der Abbau der Neuverschuldung des Staates nicht voran. Damit könnte das Ziel in Gefahr geraten, das Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 3,8 Prozent und 2015 auf 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Frankreich müsse das "sehr hohe Niveau seiner öffentlichen Ausgaben" verringern, sagte Bundesbankchef Jens Weidmann der Zeitung "Le Monde". Deutschlands wichtigster Handelspartner sei aber trotz seiner fiskalischen Probleme und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit "nicht der kranke Mann Europas". (APA/Reuters, 14.8.2014)

  • Frankreichs Wirtschaft kommt weiter nicht in Schwung.
    foto: reuters/charles platiau

    Frankreichs Wirtschaft kommt weiter nicht in Schwung.

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