Medikament "ZMapp" in Liberia eingetroffen

14. August 2014, 13:20
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Ganz wenige Dosen von bisher nicht erprobtem und in Entwicklung stehendem Präparat - Insgesamt bereits 1.069 Tote

Freetown/Conakry/Lagos - Das experimentelle Ebola-Medikament "ZMapp" ist in Liberia eingetroffen. Das Mittel sei Mittwochabend aus den USA nach Monrovia geliefert worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Es handle sich aber um wenige Dosen, da das bisher kaum erprobte Mittel noch nicht breitflächig produziert wird.

Zuvor waren bereits zwei Amerikaner und ein Spanier mit ZMapp behandelt worden. Der Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen der Virusinfektion. Er hatte auch noch andere Erkrankungen.

Bisher an Makaken und Rhesus-Affen erprobt

Liberia hatte am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit ZMapp zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der US-Hersteller Mapp Biopharmaceutical mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren, hatte der US-Sender CNN einen Unternehmenssprecher zitiert. Das Mittel ist bisher nur bei rund einem Dutzend Makaken und Rhesus-Affen erprobt worden. Ein solches Tiermodell ist für den Menschen wenig aussagekräftig.

Fast 2.000 Fälle

Die vier von Ebola betroffenen Länder haben inzwischen fast 2.000 Fälle an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. 1.975 Infektionen und 1.069 Tote wurden bis zum 11. August erfasst, teilte die WHO am Mittwochabend mit. Binnen eines Tages seien damit 128 neue Fälle und 56 weitere Tote gemeldet worden. Mit einem Labortest bestätigt sind bisher 1.251 Infektionen und 686 Todesfälle.

Die meisten neuen Meldungen zu den bestätigten und den Verdachtsfällen entfielen auf Liberia mit 71 Infektionen und 32 Toten, teilte die WHO mit. Aus Sierra Leone wurden zwischen 10. und 11. August 53 weitere Infektionen gemeldet, 19 Menschen starben.

In Guinea, Nigeria und Sierra Leone würden inzwischen fast alle - 94 bis 98 Prozent - Neuinfektionen aufgespürt und die jeweiligen Kontaktpersonen erfasst. In Liberia allerdings seien zusätzliche Anstrengungen nötig, um einen solchen Wert zu erreichen. (APA, 13./14.8.2014)

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