Schrott zieht Lehre: "Bei diesem Niveau warm anziehen"

13. August 2014, 14:40
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Ein paar Rennen noch, dann Mentaltraining, Urlaub und Aufbau für Hallensaison

Zürich - Ein paar Tage werde sie brauchen, um die Enttäuschung zu verdauen. "Aber spätestens nach dem Urlaub bin ich wieder angriffslustig", sagte Beate Schrott 24 Stunden nach dem Ausscheiden im EM-Vorlauf über 100 m Hürden in Zürich. Eine erste Lehre hat sie aber schon gezogen. "Das Niveau ist unglaublich, da muss man sich wirklich warm anziehen." Aber auch Mentaltraining wartet auf die 26-Jährige.

"Wenn die Europäerinnen so schnell Hürden rennen, dann muss man sich schon anders vorbereiten, als ich es gemacht habe, damit man mithalten kann", sagte Schrott, die nach neunwöchiger Wettkampfpause wegen einer Oberschenkelverletzung vor der EM nur zwei Starts in Österreich hatte. "Die internationale Wettkampferfahrung hat definitiv gefehlt. Ich war nicht so vorbereitet, wie ich es gerne gewesen wäre, aber ich habe auch keine Wahl gehabt."

Staunen

Die EM-Vierte und Olympia-Achte von 2012 wurde förmlich am Start überrumpelt und musste mehr oder weniger mitansehen, wie die Konkurrenz davonlief. "Das ist ein Niveau, so schnelle Zeiten, das ist unfassbar." Bei den Olympischen Spielen sei sie mit 12,83 Sekunden ins Finale gelaufen. "Wahnsinn, wenn man sich ansieht, wie viele hier in den Vorläufen schon 80er-Zeiten oder drunter gerannt sind."

Schrott wurde in ihrem Vorlauf mit 13,31 Sekunden Achte und Letzte. Die Britin Tiffany Porter, mit der die Niederösterreicherin öfters gemeinsam trainiert, siegte in 12,69. Als Schrott mitbekam, dass sie zwei Meter pro Sekunde Gegenwind hatten, ging es ihr etwas besser. "Das relativiert die Zeit für mich ein bisschen. Damit kann ich einfach ein bisschen besser leben, auch wenn die Enttäuschung trotzdem noch da ist. Aber bei zwei Metern kann man nach neunwöchiger Wettkampfpause keine Wunder vollbringen." Sie stufte die Zeit besser ein als die 13,22 bei den Staatsmeisterschaften bei Rückenwind.

Mentaltraining

Schrott erzählte, vor der EM mental viel gemacht zu haben. "Judith (Draxler-Hutter/Anm.) hat mich absolut ruhigen Gewissens in die Europameisterschaft geschickt. Weil ich wirklich cool war. Aber das werde ich mit ihr definitiv aufarbeiten, dass mich die Nervösität am Start voll eingeholt hat. Weil mir das natürlich auch nicht wurscht ist, ich will dem in Zukunft mehr entgegensteuern können. Das wird in den nächsten Wochen im Mentaltraining Thema werden."

Auch wenn sie eine unruhige Nacht hatte und immer wieder an das Rennen denken musste, weiß sie, dass sie die EM-Enttäuschung "irgendwann abhaken und nach vorne schauen" muss. Sie hofft auch, dass sie noch ein paar Rennen im Ausland machen kann.

Arbeiten am Start stehen an

Nach ihrem Kanada-Urlaub beginnt dann die Vorbereitung auf die Hallen-Saison ("Im vergangenen Winter haben wir zu intensiv trainiert, da war ich nicht im Form"), sie weiß, dass sie am Start noch einiges verbessern muss.

Der Aufbau für die Freiluft-Saison 2015 soll ähnlich sein wie heuer, vielleicht wird sie die Trainingscamps mit anderen Spitzenläuferinnen noch etwas ausbauen. "Ich bin heuer in die Sommersaison mit der besten Zeit überhaupt eingestiegen. Das ist ein Indiz, dass der Aufbau gepasst hat. Was danach war, da ist man dann bei so einem Hürdenniveau nicht konkurrenzfähig", sprach sie nochmals die Verletzung an. (APA, 13.8.2014)

  • Beate Schrott (rechts) sah die Konkurrenz nur von hinten.
    foto: ap

    Beate Schrott (rechts) sah die Konkurrenz nur von hinten.

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