Mehr als 2000 Islamisten aus der EU in Irak und Syrien

13. August 2014, 14:27
98 Postings

Rückkehrer machen Verfassungsschützern am meisten Kopfzerbrechen

Brüssel - Im Irak und in Syrien sind nach Angaben der EU-Kommission inzwischen mehr als 2000 gewaltbereite Islamisten aus der Europäischen Union unterwegs. Es gebe keine spezifische Zahl für den Irak, weil etwa Kämpfer wie die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch im Nachbarland Syrien aktiv seien, gab das Büro von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch in Brüssel bekannt.

Die früher im Irak sehr aktive Islamistenmiliz zog dann nach Syrien und ist jetzt in beiden Ländern eine Bedrohung. Sie verfolgt seit ihrem Vormarsch Gegner und Angehörige von Minderheiten brutal.

Nach Erkenntnissen der französischen Regierung gibt es derzeit allein knapp 900 Franzosen, die in den Kampfgebieten in Syrien und im Irak seien oder sich auf dem Weg in die Region befänden. Sie würden von der Terrormiliz angeworben und an alle Orte geführt, an denen diese in Kampfhandlungen verwickelt sei, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch dem Radiosender France Info.

Die Zahl der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien ausreisen, ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe in dem Bürgerkriegsland 2011 haben die deutschen Verfassungsschützer mehr als 400 Ausreisen nach Syrien gezählt. Etwa 100 der zuvor ausgereisten Islamisten sind nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden inzwischen wieder in Deutschland - und etwa 25 davon haben in Syrien Kampferfahrung gesammelt. Diese Rückkehrer machen den Verfassungsschützern am meisten Sorgen.

Auch Österreicher beteiligen sich immer wieder im syrischen Bürgerkrieg. Von insgesamt 2.000 islamistischen Kämpfern aus Europa sollen 2013 immerhin 100 aus Österreich gekommen sein, wie es bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichts Ende Juni hieß. Im Jahr davor sollen es bloß zwischen 30 und 40 gewesen sein. Heimgekehrt sind 44. Letztere Gruppe gilt als potenziell gefährlich, da eine "mögliche ausgereifte Radikalisierung ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Österreich" darstelle.

Der Irak ist auch ein Anlaufpunkt für Islamisten aus Europa. Einige reisen aus Syrien direkt dorthin weiter - ins nächste Kampfgebiet. In den vergangenen Wochen kamen aus dem Irak mehrfach Meldungen über Selbstmordattentate deutscher Islamisten. Offizielle Bestätigungen dazu gibt es jedoch nicht. (APA, 13..8.2014)

Share if you care.