Tariferhöhungen: A1 rechnete mit noch mehr Kündigungen

13. August 2014, 12:17
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"3" profitiert - Kleinster heimischer Mobilfunker konnte 200.000 neue Kunden gewinnen

Die Kunden von A1 haben mit den Füßen abgestimmt, was sie von dessen Tarif- und Gebührenerhöhungen halten - sie kehren dem Mobilfunk-Marktführer den Rücken. Bei der Vorstellung der aktuellen Halbjahreszahlen der A1-Mutter Telekom Austria wurde bekannt, dass die Zahl der Mobilfunkkunden im Jahresvergleich mit Stichtag Ende Juni um 4,8 Prozent auf 5,5 Millionen zurückging.

Seit Monaten hatten die Preiserhöhungen des Mobilfunkers für Ärger bei den Kunden gesorgt. Durch die einseitige Änderung der Vertragsbedingungen hatten die Kunden ein Sonderkündigungsrecht - das, laut A1, auch von "vier bis fünf Prozent“ der Kunden genutzt wurde.

200.000 Kunden bei "3"

Gewinner dieser Entwicklung ist "3“. Der kleinste heimische Mobilfunker konnte innerhalb eines Jahres "rund 200.000 neue Kunden“ gewinnen. Dies bestätigte Unternehmenssprecher Tom Tesch dem WebStandard. T-Mobile konnte im ersten Halbjahr 2014 rund 27.000 Kunden gewinnen.

Tarifanpassungen waren notwendig

A1 betont in einer Stellungnahme, dass die Tarifanpassungen aus wirtschaftlichen Gründen "notwendig“ waren. "Dass im Zuge dessen auch einige Kunden den Anbieter wechseln, ist logisch, wobei der Rückgang der Mobilfunkkunden in Österreich von 4,8 Prozent deutlich besser als angenommen ist.“

Veränderungen

Der österreichische Mobilfunkmarkt steht vor weiteren Veränderungen. Noch in der zweiten Jahreshälfte 2014 wird mit dem Einstieg von sogenannten "virtuellen" Netzbetreibern ("MVNO") gerechnet. Sie nutzen die Netzinfrastruktur bestehender Betreiber, arbeiten aber auf eigene Rechnung.

Neue Anbieter bereits in den Startlöchern

Als MVNO scharren bereits die Firma Ventocom des ehemaligen Telering- und Orange-Chefs Michael Krammer sowie der Wiener Kabelnetzbetreiber UPC und das Wiener Technologieunternehmen Mass Response in den Startlöchern. Krammer will gemeinsam mit dem Lebensmitteldiskonter Hofer den Markt aufmischen, nachdem die Kooperation zwischen Hofer und A1/Yesss! beendet wurde. (sum/APA, derStandard.at, 13.8.2014)

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