Wilderei nimmt zu: Hunderte Nashörner sollen umgesiedelt werden 

13. August 2014, 10:06
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Südafrikas Behörden wollen mit der Maßnahme bedrohte Tiere vor Wilderern schützen

Pretoria - Mehrere hundert Nashörner sollen zum Schutz vor Wilderern im südafrikanischen Krüger-Nationalpark umgesiedelt werden. Die Umsiedlungen sollten dafür sorgen, "dass Südafrikas Nashorn-Population weiter wachsen kann", sagte Umweltministerin Edna Molewa am Dienstag bei der Vorstellung des Aktionsplans.

Die Behörden könnten bis zu 500 der bedrohten Tiere an bestimmten Plätzen innerhalb des Parks konzentrieren oder in sicherere Reservate bringen, sagte Sam Ferreira, der als Wissenschafter die Nationalparks des Landes berät.

Rekord bei Nashorn-Wilderei

Mit der Maßnahme reagieren die Behörden auf die massiv gestiegene Zahl von Nashorn-Wilderern. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden landesweit 558 Nashörner getötet, davon allein 370 im Krüger-Nationalpark. Dieser Trend konnte auch nicht gestoppt werden, als zum Schutz der Tiere Soldaten in dem Park stationiert wurden. Die Anzahl der verbliebenen Breitmaulnashörner im Krüger-Nationalpark wird auf 8.400 geschätzt, hinzu kommen etwa 2.000 Spitzmaulnashörner.

Die meisten Tiere sollen innerhalb Südafrikas verlegt werden oder zumindest von den an der Grenze zu Mosambik liegenden Randgebieten des Parks in die Mitte umziehen. Einige der Dickhäuter könnten auch ins Ausland gehen. Es gibt keinen Zeitplan für die Umsiedelung. Der Chefveterinär des Parks, Markus Hofmeyer, schätzt, dass in den kühleren Monaten bis zu acht Tiere pro Tag gefangen werden könnten. Die Kosten pro Fang liegen demnach durchschnittlich bei umgerechnet 1.000 Euro.

Nachfrage in Ostasien gestiegen

Die Wilderer werden offenbar meist von Mittelsmännern im verarmten Nachbarland Mosambik rekrutiert. Werden sie von der südafrikanischen Polizei erwischt, werden sie hart bestraft, die Hintermänner jedoch bleiben im Dunkeln. Hintergrund der zunehmenden Wilderei ist die massiv gestiegene Nachfrage aus China und Vietnam. In Asien werden den zu Pulver verarbeiteten Hörnern eine sexuell stimulierende Wirkung und Heilkräfte nachgesagt, die wissenschaftlich aber nicht zu belegen sind. (APA/red, derStandard.at, 13.08.2014)

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