Mobiltel: Umstrittener Kauf mit tiefroten Folgen

13. August 2014, 09:06
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Analysten jubelten über Einstieg in Bulgarien - Hochegger als Lobbyist

Ende 2004 war bei der Telekom Austria unter deren damaligen Chef Heinz Sundt der Himmel voller Geigen. Gerade hatte der teilstaatliche Konzern für 1,6 Mrd. Euro den größten bulgarischen Mobilfunkanbieter Mobiltel übernommen. Das "wie" sorgte allerdings sehr rasch für Kopfschütteln - und auch Korruptionsvorwürfe.

Unregelmäßigkeiten bestritten

Denn die Mobiltel wurde nicht direkt aus bulgarischen Besitz gekauft, sondern sie gehörte bereits österreichischen Unternehmern, die damit einen sehr guten Schnitt machten. Eigentümer waren der frühere ÖVP-Obmann Josef Taus, der Berater Herbert Cordt und der schillernde Geschäftsmann Martin Schlaff - der sich für seine Rolle bei dem Deal vor dem parlamentarischen Untersuchungs-Ausschuss rechtfertigen musste. Unregelmäßigkeiten haben die drei Herren immer bestritten.

"Sensationell guten Ertragslage"

Medienberichten zufolge sollen sie mit einem Kaufpreis von 565 Mio. Euro nur einen kleinen Teil dessen gezahlt haben, was sie dann von der Telekom bekommen haben. Sundt hatte diese Zahl zurück gewiesen. Analysten waren jedenfalls mit dem Kaufpreis zufrieden und sprachen von einer "sensationell guten Ertragslage". Zehn Jahre später hat die Mobiltel mit einer Abschreibung von 400 Mio. Euro ein tiefes Loch in die Bilanz der Telekom gerissen.

Hochegger

2013 wurde dann bekannt, dass auch der mittlerweile sehr bekannte Lobbyist Peter Hochegger, beim Bulgarien-Deal kassierte. Die Rede ist von 500.000 Euro, die Hälfte soll der ehemalige FPÖ-Spitzenfunktioner Walter Meischberger bekommen haben. Finanzminister war damals Karl-Heinz Grasser. "Meine Aufgabe war es, die Befindlichkeiten im Vorstand, in der ÖIAG und beim Finanzminister auszuloten", sagte er dem Nachrichtenmagazin "profil" im März 2013. (APA, 13.8.2014)

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