Nigerianerinnen protestieren gegen Entsendung von Soldaten gegen Boko Haram

12. August 2014, 18:43
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Ehefrauen in Maiduguri kritisieren mangelnde Ausrüstung

Maiduguri - Rund 300 Nigerianerinnen haben gegen die Entsendung ihrer Ehemänner in den Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram protestiert. Die Frauen demonstrierten am Dienstag den zweiten Tag in Folge vor einem Armeestützpunkt in Maiduguri, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Borno. Die Demonstrantinnen kritisierten die schlechte Ausrüstung der Soldaten und zündeten Autoreifen an.

Mit dabei waren etwa 500 Kinder. Die Soldaten sollen die Stadt Gwoza im Nordosten Nigerias von Islamisten zurückerobern, doch klagen sie über minderwertige Waffen und kaputte Fahrzeuge.

Dutzende Tote

Boko Haram hatte Gwoza vergangene Woche eingenommen und dabei dutzende Menschen getötet, hunderte weitere Einwohner flohen in die Berge. Nach der Ausrufung des Ausnahmezustands in Borno sowie den Bundesstaaten Yobe und Adamawa vergangenes Jahr verlegte Boko Haram seine Angriffe vornehmlich auf ländliche Gebiete. Aber auch tausende zusätzliche Soldaten konnten die Islamisten nicht stoppen. In diesem Jahr gab es fast täglich Attacken.

Die islamistische Sekte kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 hat sie bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen, Kirchen und Wohngebiete mehr als 10.000 Menschen getötet. International Schlagzeilen machte sie zudem mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule. Noch immer befinden sich mehr als 200 der Schülerinnen in der Gewalt von Boko Haram. (APA, 12.8.2014)

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