Lässig geläutert

Einserkastl12. August 2014, 17:11
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Das Leben der Exlobbyisten Peter Hochegger und "Graf Ali" nach dem Fall

In der Causa Buwog wird es wohl demnächst Anklagen geben; einer Zeitungsserie verdanken wir schon jetzt den Einblick, wie Betroffene mit dem "Leben nach dem Fall" zurechtkommen. Der Exlobbyist Peter Hochegger etwa hat inzwischen (in Brasilien) zu sich selbst gefunden. Und auch von Alfons Mensdorff-Pouilly lässt sich Positives berichten, allerdings eher Materielles: Seine Geschäfte laufen "besser denn je", richtet uns der Berater und Landwirt mit Wohn- und Ansitz in Luising im Burgenland aus.

Wobei der Mann, der sein Geld einst auch mit Jagdgesellschaften für die Telekom verdient hat, ja nicht wirklich gefallen ist: Vom Vorwurf der Geldwäsche wurde er freigesprochen.

Trotzdem ist er erhellend, der Blick in die Seele des mitteilsamen Lobbyisten, der immer, wenn er daheim im Schloss ist, die Fahne hisst, "damit die Bauern wissen, dass ich da bin".

"Graf Ali" hat aus seiner Vergangenheit gelernt, wie er sagt. Er lässt seine "Finger von allen Unternehmen, an denen der Staat auch nur eine Aktie besitzt". Allerdings meiden manche auch ihn. "Compliancler", wie er die Regelwächter in Unternehmen respektvoll nennt, "machen sich nämlich 17-mal in die Hosen, bevor sie mit mir was machen". Der frühere Rüstungslobbyist selbst ist da nicht so ängstlich. Telekom-Ermittlungen, in denen es um den Wert seiner Arbeit geht, schaue er "lässig ins Auge".

Lässig geläutert eben. (Renate Graber, DER STANDARD, 13.8.2014)

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