"Gaza-Hilfsflotte" macht sich wieder startklar

13. August 2014, 09:35
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Organisatoren glauben nicht an neuen Angriff Israels

Bald vier Jahre dümpelt die Mavi Marmara schon vor einer Anlegestelle im Goldenen Horn in Istanbul als Symbol des ramponierten türkisch-israelischen Verhältnisses. Jetzt soll das einstige Flaggschiff der "Gaza-Hilfsflotte" von 2010 wieder auslaufen. "Wir haben der Bevölkerung in Gaza versprochen, dass wir zurückkommen", sagte Greta Berlin, eine Sprecherin des Free Gaza Movements dem Standard.

Die internationale Vereinigung von einem Dutzend von NGOs gab Dienstag in Istanbul offiziell den Start einer neuen Hilfsmission bekannt. Einen konkreten Termin nannte sie nicht. "Noch im Lauf dieses Jahres", hieß es lediglich am Sitz der Stiftung für Humanitäre Hilfe (IHH) im konservativ-islamischen Stadtteil Fatih.

Knüppel und Messer

Bei dem Versuch, Israels Seeblockade vor dem Gazastreifen zu durchbrechen, war die Hilfsflotte im Mai 2010 von der israelischen Armee noch in internationalen Gewässern mit Gewalt gestoppt worden. Neun türkische Aktivisten auf der Mavi Marmara wurden dabei erschossen. Sie seien mit Knüppeln und Messern bewaffnet gewesen, erklärte die israelische Armee später. Die Türkei zog daraufhin ihren Botschafter ab. Israels Premier Benjamin Netanjahu entschuldigte sich 2013 für den Vorfall, Verhandlungen über Entschädigen sind weit gediehen, aber nach dem neuen Gaza-Krieg offenbar abgebrochen worden.

"Israel wird uns nicht wieder angreifen", glaubt Greta Berlin. Der jüngste Krieg habe das Land isoliert. Berlin wies darauf hin, dass die Hilfsflotte vor 2010 fünfmal im Gazastreifen gelandet war, ohne dass Israel eingeschritten wäre.

Indes wurde Dienstag in Kairo weiter über ein Ende des aktuellen Krieges verhandelt. Die Hamas kündigte an, der bloßen Verlängerung einer Waffenruhe nicht erneut zuzustimmen. (Markus Bernath aus Istanbul, DER STANDARD, 13.8.2014)

  • Die Mavi Marmara im Goldenen Horn, Dezember 2013.
    foto: bert eder

    Die Mavi Marmara im Goldenen Horn, Dezember 2013.

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