Zwei Brasilianer bieten für Chiquita

12. August 2014, 10:22
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Das Angebot platzt in die Vorbereitungen zur Mega-Fusion mit dem irischen Bananenhändler Fyffes

New York - Zwei brasilianische Konzerne haben überraschend für den US-Bananenhändler Chiquita geboten und stören damit die geplante Mega-Fusion zwischen Chiquita und dem irischen Bananenhändler Fyffes.

Cutrale, das gleichnamige Unternehmen des "Orangenkönigs" Jose Luis Cutrale, und die Investmentbankgruppe Safra, die dem Geschäftsmann und Milliardär Joseph Safra gehört, bieten 611 Mio. Dollar (456,45 Mio. Euro) für Chiquita, wie sie am Montag mitteilten. Für die Aktionäre bedeutet dies einen Preis von 13 Dollar pro Anteilsschein, ein Aufschlag von 29 Prozent auf den am Freitag an der Wall Street gehandelten Kurs von Chiquita.

Das Angebot sei "ganz klar besser für die Chiquita-Aktionäre als die Fusion mit Fyffes", erklärten Cutrale und Safra. Die Chiquita-Geschäftsführung erklärte, sie werde das Angebot "aufmerksam" prüfen und sich bald dazu äußern. Allerdings glaube Chiquita nach wie vor an die "strategischen Vorteile und den Mehrwert" einer Fusion mit Fyffes. Cutrale und Safra gaben dem Unternehmen Zeit zu antworten bis Freitag, 15. August, um 18.00 MESZ.

Mega-Fusion

Die Mega-Fusion auf dem Bananenmarkt war im März verkündet worden. Chiquita und Fyffes mit der Marke Sol gehören jetzt schon - mit Fresh Del Monte aus den USA und Dole Food - zu den vier größten Bananenhändlern der Welt. Zusammen erwirtschaften sie einen Umsatz von 4,6 Mrd. Dollar. Der Aktienkurs von Chiquita war nach der Ankündigung um rund 17 Prozent abgesackt.

Cutrale produziert Früchte, ist aber vor allem bekannt für seinen Orangensaft. Nach eigenen Angaben beherrscht der Konzern ein Drittel des weltweiten Marktes, dessen Umsatz auf rund 5 Mrd. Dollar geschätzt wird. Safra verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von 200 Mrd. Dollar weltweit. Gründer Joseph Safra ist Eigentümer der Safra National Bank of New York, der Banco Safra in Brasilien und der Bank Jacob Safra in der Schweiz. Er besitzt zudem Immobilien und landwirtschaftliche Flächen.

Die Fusion zwischen Chiquita und Fyffes sollte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sollte sie nicht über die Bühne gehen, müsste Chiquita Fyffes 5 Mio. Dollar Entschädigung zahlen. An der Börse von New York stieß das Angebot aus Brasilien auf Begeisterung: Der Kurs schnellte am Montag um rund 30 Prozent nach oben. (APA, 12.8.2014)

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    foto: ap/amy sancetta
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