Fracking zieht Investoren an

11. August 2014, 17:26
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Der US-Investmentfonds Blackstone plant einen größeren Zukauf, und der Pipelinebetreiber Kinder Morgan stellt sich neu auf

Houston/Wien - Der amerikanische Energiegigant Kinder Morgan vereint seine bisher als eigenständige Unternehmen geführten Geschäftseinheiten in einem 70 Milliarden Dollar (rund 52,3 Milliarden Euro) schweren Kraftakt unter einem Konzerndach. Um die Struktur seines Pipeline-Imperiums zu verschlanken, will der Unternehmenschef Richard Kinder bis Jahresende alle Anteile aufkaufen und bündeln.

"Jeder wird nur noch eine öffentlich gehandelte Aktie haben", teilte er am Sonntag mit. Der Konzern will durch die Vereinheitlichung des Öl-, Gas- und Pipelinegeschäfts flexibler für Zukäufe im Zeitalter des Schiefergas-Booms werden, heißt es in einer Mitteilung. Kinder Morgan ist nach eigenen Angaben der größte Pipelinebetreiber in den USA und der drittgrößte weltweit.

Investoren schlagen zu

In das US-Energiegeschäft ist zuletzt Bewegung gekommen - auch Investoren entdecken das Feld wieder für sich. So steht der US-Investementfonds Blackstone offenbar kurz davor, Anteile des Energiekonzerns Shell an einem Frackingprojekt in den USA zu übernehmen. Blackstone werde mehr als 1,2 Mrd. Dollar (knapp 900 Mio. Euro) für die Anteile zahlen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen. Die Übereinkunft soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden.

Shell ist an einem Frackingprojekt in Haynesville - das zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas liegt - beteiligt. Das britisch-niederländische Unternehmen hatte 2007 mit dem kanadischen Unternehmen Encana ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, um die Schiefergasschichten auszubeuten.

Bei der Frackingmethode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas oder Erdöl zu fördern. Investitionen von mehreren Milliarden Dollar waren geplant. Fallende Gaspreise machten die Kalkulationen der Unternehmen zur Makulatur; Shell muss fast eine Mrd. Dollar abschreiben, teilte der Konzern mit.

Blackstone investiert

Blackstone investiert derzeit kräftig in den Energiesektor. Der Fonds ist in der Region bereits mit mehr als zwei Milliarden Dollar an dem Unternehmen Cheniere Energy Partners beteiligt, die derzeit die erste Anlage zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) in den USA baut.

Den US-Energiebereich nimmt auch der deutsche Bau- und Industriekonzern Bilfinger unter die Lupe. Das Unternehmen will einen Kauf in einer dreistelligen Millionenhöhe tätigen und dabei vom Aufschwung in den Vereinigten Staaten profitieren, hieß es kürzlich. Vor allem Unternehmen, die Dienstleistungen in den Bereichen Industrie, Energie sowie Öl und Gas anbieten, sind von besonderem Interesse. (dpa/bpf, DER STANDARD, 12.8.2014)

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