Rauchverbote: Praktikable Lösung

Kommentar11. August 2014, 17:18
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Die Politik hat in den vergangenen Jahren den Rauchern das Leben immer schwerer gemacht

Dass Rauchen schädlich ist, hat sich herumgesprochen; dass es auch Nichtraucher schädigen kann, wenn sie sich in verrauchten Räumen aufhalten, ebenfalls. So viel haben auch die Politiker verstanden - und ein Aktionsfeld entdeckt, auf dem sie etwas bewirken können: Zwar kann Politik weder vor Arbeitslosigkeit noch vor anderen existenziellen Bedrohungen schützen, aber sie kann zumindest so tun, als ob die Menschen nicht mehr am Tabakrauch sterben müssten.

Also hat die Politik in den vergangenen Jahren den Rauchern das Leben immer schwerer gemacht - und mit ihnen den Gastronomen, die mit Rauchern typischerweise ein besseres Geschäft machen als mit Nichtrauchern.

Ein Totalverbot des Rauchens in der Gastronomie hätte einen Aufstand der Wirte und Cafetiers (und eine Reihe von Pleiten) nach sich gezogen, also hat man eine typisch österreichische Lösung gefunden: ein Rauchverbot, das ausnahmsweise bei geeigneten Räumlichkeiten umgangen werden kann. Seither gibt es weitgehend leere Nichtraucherbereiche in vielen Lokalen und weiterhin gut besuchte Zonen, in denen das Rauchen erlaubt ist. Das ist ökonomischer Unsinn - aber immerhin praktikabel.

Dem Gesundheitsminister gefällt diese praktikable Lösung aber nicht, er will beweisen, dass er sich durchsetzen kann. Zum Schaden jener, die mit dem Status quo gut - und gar nicht so ungesund - leben können. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 12.8.2014)

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