Zweidrittelmehrheit für die Grünen im ORF - zur Geisterstunde

11. August 2014, 16:51
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Parteien und Politiker in den ORF-Nachrichten: Die "ZiB-Watch"-Monatsanalyse für den Monat Juli

Wien - Das üppige Grün fällt auf: 67,3 Prozent von 100 in der Farbe, die das Auge beruhigen soll.

Es grünte recht spät in diesem Juli: In der ZiB 24 kamen in dem Monat gut zwei Drittel der Redezeit von Politikerinnen und Politikern von Vertretern der Grünen. Das erhoben die Medienbeobachter von APA-DeFacto für ihre Monatsanalyse der drei wichtigsten ORF-Nachrichten.

EU-Abgeordnete und EU-Parlamentsvize Ulrike Lunacek kam zum Interview in die späte "Zeit im Bild". Und der grüne Bundesratsabgeordnete Efgani Dönmez diskutierte im Studio mit Carla Mina Baghajati von der Islamischen Glaubensgemeinschaft über Burkaverbot.

Die ORF-Nachrichten um Mitternacht verfolgten im Juli durchschnittlich 127.000 Menschen. Das sind 14 Prozent aller Personen, die laut Teletest-Daten um diese Zeit noch fernsehen.

Juli-Schnitt für "ZiB 2" von 501.000

Die ZiB 2 schauten im Juli-Schnitt 501.000 Menschen - das entspricht schon 23 Prozent Marktanteil. ÖVP-Politiker waren offenbar gefragter und eher bereit, ins Studio zu kommen: Fast 59 Prozent der Redezeit kamen aus dem schwarzen Reichsviertel.

Die Zeit im Bild um 19 Uhr reicht in den Sommermonaten nicht an die in kühleren, dunkleren Tagen gewohnte Zuschauermillion heran. Mit im Schnitt 806.000 Zuschauern ist sie auch im Juli die mit Abstand meistgesehene Nachrichtensendung des Landes. Sie verfolgen 43 Prozent der Menschen, die um die Zeit fernsehen.

Um 19.30 Uhr sind journalistische und politische Interessen also breiter und die Statements in der Nachrichtenstruktur kürzer.

Regierung dominiert "ZiB 1"

Hier füllen die Regierungsparteien gemeinsam rund 89 Prozent der Redezeit, die ÖVP mit 46 Prozent etwas mehr als die Kanzlerpartei SPÖ. Regierungs- und Parteichef Werner Faymann kam in der Zeit im Bild im Juli am längsten zu Wort, ein gutes Drittel kürzer sein Vize, ÖVP-Chef Michael Spindelegger.

Die FPÖ kam kaum vor - und wenn, dann freuten die TV-Sekunden nicht so: Sie mussten die FP-Nominierung für den Wiener Stadtschulrat verteidigen. (red, DER STANDARD, 12.8.2014)

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