Ukraine will doch weiter Gas nach Europa durchleiten

11. August 2014, 16:35
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Netzbetreiber Naftogaz widerspricht Ministerpräsident Jazenjuks

Kiew/Moskau - Der ukrainische Netzbetreiber Naftogaz will ungeachtet möglicher Sanktionen seiner Regierung gegen Russland weiter Gas nach Europa durchleiten. "Naftogaz bekräftigt seine Bereitschaft, den reibungslosen Transport von Erdgas zu den europäischen Verbrauchern fortzuführen", sagte Firmenchef Andrej Kobolew am Montag.

Einziges Unternehmen, das russisches Gas durch die Ukraine nach Europa liefert, ist Gazprom, das etwa 30 Prozent des dortigen Bedarfs deckt.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hatte vergangene Woche angekündigt, dass das Parlament über Sanktionen gegen Russland beraten werde. Auch gegen 65 russische Firmen könnten Maßnahmen ergriffen werden. Dazu könnte ein teilweises oder vollständiges Transitverbot für Güter aus Russland gehören. Auf die Frage, ob das auch die Durchleitung von russischem Erdgas betreffe, hatte der Ministerpräsident gesagt, das gelte für alle Transitgüter. Nach diesen Äußerungen waren die Preise am Londoner Erdgasmarkt deutlich angestiegen.

Gazprom hatte der Ukraine im Juni den Gashahn zugedreht und die Begleichung offener Rechnungen gefordert. Wegen der Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des Landes sind die Beziehungen zwischen den Regierungen in Kiew und Moskau sehr angespannt. (APA/Reuters, 11.8.2014)

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