Polen und Litauen trifft Embargo besonders

11. August 2014, 16:47
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Warschau/Riga - Obst- und Gemüseanbauer in Polen und den baltischen Staaten sind mitten in der Erntezeit in Krisenstimmung. Das Embargo Russlands für Obst und Gemüse aus westlichen Staaten droht diese EU-Länder besonders empfindlich zu treffen. Waren im Wert von 340 Mio. Euro wurden allein 2013 von polnischen Obstbauern nach Russland exportiert, wie die EU-Kommission berichtet. Litauen lag mit 338 Mio. Euro nur knapp dahinter.

Polen, Europas größter Apfelproduzent mit rund 2,5 Mio. Tonnen im Jahr, sucht dringend nach Lösungen, um dramatische Einkommensverluste für die Anbauer zu vermeiden. Schon seit Tagen wird in sozialen Medien dafür geworben, "patriotisch" Apfelwein (Cidre) zu trinken und viel polnisches Obst zu essen.

Landwirtschaftsminister Marek Sawicki hat bereits beim Finanzressort angefragt, ob die Alkoholsteuer für Cidre vorübergehend ausgesetzt werden kann, um den Verkauf anzukurbeln. Er kündigte auch an, die Parlamentsfraktion der Bauernpartei PSL wolle sich für eine Änderung des Gesetzentwurfs für den Kampf gegen Alkoholismus einsetzen, damit auf Plakaten oder in Kinospots für Apfelwein geworben werden darf. Die polnischen Produzenten müssten sich neue Märkte erschließen. Allerdings: Der Export von Obst und Gemüse in arabische oder nordafrikanische Länder liegt quantitativ weit unter den bisherigen Exporten nach Russland. (dpa, DER STANDARD, 12.8.2014)

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