Krawalle nach Tod eines schwarzen Jugendlichen

11. August 2014, 20:59
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Demonstranten lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei

St. Louis - Die tödlichen Schüsse eines US-Polizisten auf einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen haben in der Stadt St. Louis im US-Bundesstaat Missouri zu Krawallen geführt. Demonstranten plünderten am späten Sonntagabend mehrere Geschäfte und lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie der örtliche Fernsehsender KSDK TV 5 am Montag berichtete.

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Das Video zeigt, wie ein QuikTrip in Ferguson geplündert wird.

Mehrere Supermärkte wurden demnach in Brand gesetzt. Die mit Schlagstöcken bewaffneten Einsatzkräfte setzen dem Bericht zufolge Tränengas ein und versuchten, die Menge mit Hunden auseinanderzutreiben. Als die Lage weiter eskalierte, musste die Polizei Verstärkung aus den Nachbargemeinden anfordern.

Die hauptsächlich afroamerikanischen Demonstranten hatten sich zuvor an dem Ort versammelt, an dem der 18-jährige Michael Brown am Samstag erschossen worden war. Nach Polizeiangaben handelte der Beamte aus Notwehr. Der Jugendliche habe den Polizisten attackiert und nach seiner Waffe gegriffen, sagte der örtliche Polizeichef Jon Belmar.

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Spannungen zwischen Polizei und Einwohnern

Ein Zeuge berichtete hingegen, dass der Polizist ihn und Brown angesprochen und sich ihnen dann mit vorgehaltener Waffe genähert habe. Brown habe sich mit erhobenen Händen umgedreht und sei dann mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden. Welche Hautfarbe der Schütze hat, wurde zunächst nicht bekannt. Nach Einschätzung der Zeitung "Post Dispatch" wirft der Vorfall ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen den hauptsächlich weißen Polizisten und den afroamerikanischen Einwohnern in St. Louis.

Nach Informationen des Lokalblattes engagierte Browns Familie den Anwalt Benjamin Crump. Der Verteidiger vertrat bereits die Angehörigen des 17-jährigen Trayvon Martin, der im Februar 2012 in der Stadt Sanford in Florida erschossen worden war. Der Schütze George Zimmerman gab damals an, in Notwehr gehandelt zu haben, nachdem der unbewaffnete Teenager ihn geschlagen habe. Der Fall löste eine landesweite Kontroverse um Rassismus und laxe Waffengesetze aus. Der Prozess endete mit einem Freispruch. (APA, 11.8.2014)

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