Das beste Gemüse Wiens

11. August 2014, 17:04
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Der Hofladen der Gärtnerei Bach ist ein seltener Lichtblick im Wiener Gemüsehandel

Ich habe in Wien regelmäßig ein Gemüseproblem: Gutes Zeug ist unter der Woche sehr schwer zu bekommen. Das Einkaufen von Obst und Gemüse im Supermarkt hat der Herr Corti einmal so treffend als "fleddern" bezeichnet, die Bauernmärkte haben sich verschworen und beschlossen, allesamt ausschließlich am Wochenende stattzufinden.

Die allermeisten regulären Marktstände bieten entweder Importgemüse zweifelhafter Herkunft oder Supermarktware zu Apothekerpreisen an, das innerstädtische Gemüsefachgeschäft ist quasi ausgestorben. Und für gelieferter Kisten und Ernteanteile fehlt mir der regelmäßige Lebenswandel.

Einer der Lichtblicke: der Hofladen der Gärtnerei Bach. Eveline Bach und ihre Mitarbeiter (allen voran Alena Binder, die beste Gemüsefrau von allen) zelebrieren hier eine so wunderschöne Vielfalt an Gemüsesorten, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Essen und Kochen anfangen soll.

foto: gärtnerei bach
Gemüsevielfalt in der Gärtnerei Bach.

Derzeit etwa: Gurken, manche groß, haarig und fleischig wie Honigmelonen, andere winzig klein und knackig wie Kaviar; den "Bachsalat"-Mix, der bunt und vielfältig, würzig und spannend ist wie eine wilde Sommerwiese; so viele Kräuter (Salzmelde! Mönchsbart!), dass es sicher mehr als eine Saison dauern würde, sie alle ausgiebig zu probieren; und falls Sie einmal etwas Eukalyptus brauchen: Hier werden 13 verschiedene Sorten für die Schönbrunner Koalas und manchmal fürs Steirereck gezogen.

Der Großteil dieses Schatzes geht an die gehobene Wiener Gastronomie, im Unterschied zu anderen Supergärtnern darf aber hier auch der Normalsterbliche einkaufen kommen. Tipps, wo es noch etwas näher am Stadtzentrum wirklich gutes Gemüse gibt, werden dankend entgegengenommen. (Tobias Müller, derStandard.at, 11.8.2014)

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