Tschechien: Klaus schloss erneute Kandidatur nicht aus

11. August 2014, 11:19
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Falls der von ihm kritisierte katholische Priester Halik sich bewerben würde

Prag - Der ehemalige tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat eine erneute Kandidatur für das Amt des Staatsoberhauptes nicht ausgeschlossen. Er könnte sich dies vorstellen, falls der katholische Priester und Professor Tomas Halik, den Klaus kritisiert, tatsächlich antreten würde, wie von Medien spekuliert wird.

"Ich will mich nicht mehr viel einmischen", sagte Klaus gegenüber dem TV-Sender "TV Barrandov". "Allerdings muss ich sagen, dass, wenn Herr Halik sich zur Bewerbung entschließen würde und es keinen ausreichend starken Gegenkandidaten gäbe, dann würde ich in diesen Präsidentschaftswahlkampf noch einmal in meinem Leben einsteigen", fügte Klaus hinzu.

Halik, der als geistiger Erbe des früheren Staatspräsidenten Vaclav Havel gilt, war bereits in der Vergangenheit mehrmals mit Klaus zusammengestoßen. Beispielsweise hatte Halik im vergangenen Jahr erklärt, "wenn es in den entscheidenden Positionen weniger Klause und mehr Franziskusse (Papst, Anm.) geben würde, würde es der Welt besser gehen".

Klaus hatte 2011 Halik mit dem tschechischen Jesuitenpriester Antonin Konias verglichen, der im 18. Jahrhundert wegen seiner rücksichtslosen Beschlagnahme und Verbrennung von nichtkatholischen Büchern berüchtigt gewesen war. Zwischen Halik und Konias gebe "nur den Unterschied von drei Jahrhunderten", hatte Klaus in einem Text geschrieben.

Halik hätte allerdings ein Problem, würde er tatsächlich als Staatspräsident antreten: Nach geltendem Kirchenrecht dürfen katholische Priester nämlich kein politisches Amt innehaben (can. 285 §3). Würde Halik die Präsidentschaft trotzdem anstreben, würde er als Priester suspendiert werden bzw. müsste er sein Priesteramt niederlegen.

Die nächsten Präsidentenwahlen in Tschechien werden in 3,5 Jahren stattfinden. Der jetzt 73-jährige Klaus hatte in den Jahren 2003 bis 2013 bereits zwei Amtsperioden zu je fünf Jahren absolviert. Laut der Verfassung darf man "nicht öfter als zweimal nacheinander" zum Staatsoberhaupt gewählt werden. Eine dritte Kandidatur schließt die Verfassung theoretisch nicht aus, allerdings erst nach einer Pause. (APA, 11.8.2014)

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