Europas Börsen freundlich

13. August 2014, 12:38
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Frankfurt am Main - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zu Mittag einheitlich mit Kursgewinnen tendiert. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,75 Prozent auf 3.046,52 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.20 Uhr mit 9.151,17 Punkten und einem Plus von 0,90 Prozent. Der FT-SE-100 in London gewann angesichts der Schwäche der schwer gewichteten Rohstofftitel nur leicht um 0,15 Prozent auf 6.642,54 Stellen.

Europas Börsen haben am Mittwoch ihre jüngste Berg- und Talfahrt mit Kursgewinnen fortgesetzt. Als Kurstreiber sahen Marktexperten einige positiv aufgenommene Unternehmenszahlen. Dazu kamen insgesamt freundliche Vorgaben der Aktienmärkte in Übersee. Schwache europäische Inflationsdaten taten der guten Stimmung keinen Abbruch.

Einen Dämpfer gab es für die Konjunkturerholung in der Eurozone: Im Juni ist die Industrieproduktion im Währungsraum überraschend weiter gesunken. Die Fertigung sei im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zurückgefallen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet.

Die Bank of England bewertet den Zustand der britischen Wirtschaft zusehends optimistischer. Wie aus dem neuen Inflationsbericht hervorgeht, sieht sie weniger Leerlauf als noch vor drei Monaten. Im Mittel gehen die Zentralbanker davon aus, dass ein Prozent der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten nicht ausgelastet sind. Im letzten Bericht vom Mai war noch von 1,25 Prozent die Rede.

Notenbankchef Mark Carney bekräftigte bei der Vorstellung des Berichts, dass sich die Wirtschaft Großbritanniens ihrem "Normalzustand" nähere. Deswegen müssten die Leitzinsen - von rekordtiefem Niveau aus - beginnen zu steigen. Zugleich bekräftigte er, dass die absehbare Zinswende vorsichtig vonstattengehen werde. Die Wirtschaft sehe sich nach wie vor einigen Herausforderungen gegenüber. Bankvolkswirte rechnen mit einer ersten Zinserhöhung der Bank of England Ende dieses Jahres oder Anfang 2015.

Im Branchenvergleich favorisierten die Anleger die Energiekonzerne: Der Stoxx Europe 600 Utilities stieg dank positiv aufgenommener Halbjahreszahlen von der deutschen E.ON um 1,30 Prozent. Die Titel des deutschen Branchenvertreters eroberten mit einem Plus von fast fünf Prozent die Euro-Stoxx-Spitze. In deren Windschatten zogen RWE um 2,51 Prozent an.

Auch Telekom-Werte erfreuten sich guter Nachfrage. So zogen Orange zu Mittag um 1,7 Prozent nach oben und die Titel der Deutschen Telekom verbesserten sich um 1,52 Prozent. Telefonica zeigten sich 0,86 Prozent befestigt.

Die Anteilsscheine des Schweizer Versicherers Swiss Life verteuerten sich in Zürich nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und dem Kauf des Immobilien-Dienstleisters Corpus Sireo um mehr als 4,5 Prozent.

Größter Verlierer in der Sektorübersicht war der Subindex für die Rohstoffkonzerne, nachdem Glencore mit seinem Produktionsbericht enttäuscht hatte. Die Aktien des schweizerisch-britischen Bergbaukonzerns büßten an der Londoner Börse mehr als 2,5 Prozent ein. Die Aktien von Rio Tinto fanden sich mit einem Abschlag von 2,83 Prozent ebenfalls unter den größeren Verlierern. Anglo American gaben 0,73 Prozent ab. (APA,13.8.2014)

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