ORF-Ergebnis über Plan: Geld für Grillshow, Starnacht, Grafenegg, Oper, Herbstevent

10. August 2014, 18:07
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Nach zweitem Quartal: 2,5 Millionen operatives Plus (ohne Raiffeisenanteil an der ORS)

Urlaubsgrüße mit guten Nachrichten ereilten die Stiftungsräte des ORF dieser Tage von Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl. Ihre Quartalsinfo an ihre obersten Aufsichtsorgane: Die Quoten (von ORF 1) bestätigten die Wichtigkeit großer Sportevents für den ORF, der ORF hat ein weiteres Verfahren zum Bauprojekt Küniglberg gewonnen - und die Geschäfte laufen "deutlich" über Plan.

Für 2014 hat der ORF als Konzern mit Töchtern 9,4 Millionen Euro Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit geplant. Ein wesentlicher Teil davon geht wie gewohnt an Raiffeisen Niederösterreich-Wien für die 40 Prozent des Finanzkonzerns an der ORF-Sendertochter ORS - geplant heuer: 7,9 Millionen.

Womit unter dem Strich laut Budget für 2014 1,4 Millionen Euro Konzern-EGT stehen sollten. So wenig ist das vor allem, weil der öffentlich-rechtliche, überwiegend mit Gebühren finanzierte ORF ja per Gesetz für öffentlich-rechtliches Programm sorgen soll und nicht für Gewinne.

Laut Info an die Stiftungsräte liegt der ORF, hochgerechnet nach zwei Quartalen 2014, klar über seinen wirtschaftlichen Plänen: "Das Planergebnis konnte deutlich übertroffen werden und liegt nach zwei Quartalen bei 2,5 Millionen Euro (EGT nach ORS-Fremdanteil)."

Diese "überplanmäßigen Erträge" würden - wie angekündigt - "in die Stärkung des TV-Programms investiert". Was verstehen die beiden ORF-Manager nun als Stärkung des Fernsehprogramms? Als Beispiele führen sie auf:

  • ein Herbst-Event (wohl gemeint: eine neue Ausgabe der Castingshow "Die große Chance"
  • Samstag-Hauptabendshows wie "Starnacht" (Wörthersee, Wachau) und
  • die große Dreiländer-Grillshow Anfang August

sowie, als Kulturevents:

  • eine zweite Opernübertragung aus Salzburg und
  • Übertragung aus Grafenegg (Niederösterreich) sowie
  • "Frühling in Wien".

Nachsatz zu der Stärkung des Fernsehprogramms: "Das ist insbesondere aus Sicht der schwächer werdenden Werbekonjunktur von großer Bedeutung." (fid, derStandard.at, 10.8.2014)

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