Spanischer Missionar bekommt experimentelles Serum ZMapp

10. August 2014, 08:36
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Zustand des spanischen Priesters stabil - Mitarbeiterin gestorben

Freetown/Conakry/Monrovia - Der mit Ebola infizierte spanische Missionar kann mit demselben experimentellen Serum behandelt werden wie die beiden Ebola-Patienten in den USA. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, das Serum ZMapp sei am Samstagabend im Krankenhaus Carlos III. in Madrid eingetroffen, in dem der 75-jährige Priester Miguel Pajares behandelt wird.

Zuvor hatte die Arzneimittelaufsichtsbehörde demnach eine Importerlaubnis für das Serum erteilt. Der Priester hatte sich in Liberia mit dem Ebola-Virus angesteckt und war am Donnerstag unter strengen Schutzvorkehrungen nach Madrid geflogen worden.

Nur an Tieren getestet

Das von einem US-Labor entwickelte Serum ZMapp wurde bisher nur an Tieren getestet. Mangels Medikamenten gegen Ebola wurde es dennoch bei einem Arzt und einer Krankenschwester aus den USA angewendet, sie sich beim Umgang mit Ebola-Kranken in Liberia infiziert hatten. Sie werden in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia behandelt.

Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums konnte ZMapp aufgrund einer Regelung importiert werden, wonach unerprobte Medikamente bei Lebensgefahr für den Patienten und fehlender Alternativen eingesetzt werden dürfen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Nach ihren Angaben starben bisher mehr als 961 Menschen an dem durch Körperflüssigkeiten übertragenen Erreger, fast 1800 Menschen infizierten sich.

Krankenhaus geschlossen

Pajares hatte sich in Liberias Hauptstadt Monrovia mit dem Virus infiziert und war am Donnerstag in seine Heimat geflogen worden. Sein Zustand war zuletzt stabil. Dagegen starb eine Mitarbeiterin des Missionars, eine aus dem Kongo stammende Nonne, am Samstag in Monrovia an dem Virus. Dies teilte die katholische Hilfsorganisation "Juan Ciudad" mit, für die Pajares gearbeitet hatte.

Pajares und eine mit ihm in einer Maschine der spanischen Luftwaffe ausgeflogene Nonne, eine aus Äquatorialguinea stammende Spanierin, werden im Krankenhaus Carlos III unter strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen behandelt. Bohi ist zwar krank, bei ihr wurde bisher aber keine Ebola-Infektion festgestellt.

Spanien ist nach den USA der zweite westliche Staat, der seit dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger heimgeholt hat. Pajares hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus gearbeitet. "Juan Ciudad" teilte am Samstag mit, man wolle schon in Kürze ein Sanitäter-Team nach Monrovia entsenden, das das Krankenhaus wieder öffnen solle. (APA, 9.8.2014)

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