Die Schlögener Schlinge im steinzeitlichen Handelsnetz

8. August 2014, 16:45
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Feuersteinwerkzeug weist darauf hin, dass sich hier vor 5.000 Jahren eine Bootsanlegestelle befunden haben könnte

Hofkirchen im Mühlkreis - Die Schlögener Schlinge ist eine Flussschlinge der Donau in Oberösterreich, die an dieser Stelle eine 180-Grad-Kehre vollzieht. Vor 5.000 Jahren könnte sie als Bootsanlegestelle genutzt worden sein: Darauf weist ein dort gefundenes Werkzeug aus der Jungsteinzeit hin, wie der Geoarchäologe Alexander Binsteiner nach der Untersuchung des Artefakts mitteilte.

Bei dem Feuersteingerät handelt es sich um einen sogenannten Kratzer, der vermutlich als eine Art Hobel für Feinarbeiten an Holz verwendet wurde. Das Werkzeug ist rund zweieinhalb Zentimeter lang und eineinhalb Zentimeter lang. Der Fund lag schon seit einigen Jahren in der Sammlung eines Tischlers und Hobbyarchäologen und wurde jetzt im Zuge der landesweiten Aufnahme bayerischer Feuersteinimporte in Oberösterreich genauer untersucht.

Alte Handelswege

Dabei stellte sich heraus, dass das Stück aus dem 200 Kilometer entfernten Feuersteinbergwerk von Arnhofen im Landkreis Kelheim in Niederbayern stammt. Dort befindet sich das größte Abbaugebiet für hochwertige sogenannte Jurahornsteine in Europa.

Binsteiner vermutet, dass das Material auf der Wasserstraße der Donau seinen Weg nach Oberösterreich fand. Die Feuersteinhändler, die ihre kostbare Fracht in Einbäumen transportierten, könnten in der dafür günstigen Schlögener Schlinge angelegt haben. In ihrer Nähe waren zuletzt die Überreste von Siedlungen aus der bayrischen Chamer-Kultur aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung entdeckt worden, die solche Feuerstein-Werkzeuge enthielten. (APA/red, derStandard.at, 8. 8. 2014)

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