Spitäler: Belastungen im Sommer noch höher

8. August 2014, 15:32
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Vermeidbare Notfälle fordern Ambulanzen - die Ärztekammer appelliert an Patienten, die eigene Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen

Die Urlaubszeit bedeutet für die überlastete Spitalsärzteschaft zusätzliche Herausforderungen, die durch eine Stärkung der Gesundheitskompetenz der Patienten gemeistert werden könnten. So seien viele Kreislaufprobleme durch ausreichendes Trinken von Wasser weitgehend vermeidbar, Freizeitunfälle könnten durch adäquate Schutzmaßnahmen abgemildert oder ganz verhindert werden, heißt es von der Österreichischen Ärztekammer.

Bewusstsein stärken

Oft reiche ein Besuch beim niedergelassenen Arzt oder dessen Vertretung, außerhalb der Ordinationszeiten stehe der Ärztenotdienst zur Verfügung, sagt der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer: "Uns ist es wichtig, bei den Menschen das Bewusstsein dafür zu stärken, dass sie im niedergelassenen Bereich gut aufgehoben sind und Selbstzuweisungen in die Ambulanz oft nicht zielführend sind."

Erst unlängst hatte die Bundeskurie ein Konzept präsentiert, das Ambulanzbesuche nur noch über Zuweisung durch den niedergelassenen Arzt beziehungsweise im Notfall zulassen soll, um die Ambulanzen zu entlasten. "Wir möchten damit gleichzeitig die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und an sie appellieren, zunächst den niedergelassenen Arzt oder den Ärztenotdienst in Anspruch zu nehmen", betont Mayer.

Vorbeugung wichtig

Manche Beschwerden können leicht vermieden werden. So sei die ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei großer Hitze unerlässlich. "Das bedeutet, dass pro Kilo Körpergewicht täglich 30 bis 40 ml Wasser getrunken werden sollten, mindestens aber 1,5 Liter Wasser“, so Mayer. Bei körperlicher Anstrengung oder Hitze steige der Bedarf. Ein Flüssigkeitsmangel könne schlimmstenfalls zum Kreislaufkollaps führen, warnte Mayer.

Aber auch in der Freizeit, etwa beim Sport, könne so manche Verletzung verhindert oder zumindest gemildert werden - etwa durch das Tragen der richtigen Schutzausrüstung bei Sportarten wie Mountainbiken, Skaten oder Radfahren, auch wenn das bei Hitze nicht immer angenehm sei.

Eine unterschätzte Gefahrenquelle sei das beliebte Grillen. "Jährlich landen rund 900 Österreicher mit Verbrennungen im Spital, die meist auf unsachgemäßen Umgang mit dem Feuer zurückzuführen sind. Spiritus oder Benzin sind keine Zündhilfen, werden aber leider immer wieder eingesetzt", sagt der Experte. Grillen gelte bei rund zwei Dritteln der Bevölkerung nach wie vor als ungefährlich. Entsprechend leichtsinnig sei der Umgang mit Vorsichtsmaßnahmen.

Vertretungsarzt aufsuchen

Aber nicht nur das nach draußen verlagerte Freizeitverhalten und die erhöhte Unfallgefahr führten im Sommer zu noch mehr Andrang in den Ambulanzen. Auch eine wegen Urlaubs geschlossene Ordination könne sich bemerkbar machen. "Die niedergelassenen Kollegen haben zwar in der Regel Vertretungen, aber der Gang in die Ambulanz fällt vielen Patienten offenbar leichter als der Gang zu einem Vertretungsarzt", so Mayer.

Selbstverständlich stehen die Spitalsärzte rund um die Uhr für Notfälle zur Verfügung, bekräftigte der Kurienobmann, dennoch wolle er an die Patienten appellieren, sich mit kleineren Verletzungen entweder an den niedergelassenen Arzt, dessen Vertretung oder an den Ärztenotdienst zu wenden. "Das entlastet nicht nur die Spitalsärzteschaft, sondern erspart auch lange Wartezeiten in den überlaufenen Ambulanzen." (red, derStandard.at, 8.8.2014)

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