Krise bei Espirito Santo kostet Chef von Portugal Telecom den Job

8. August 2014, 13:09
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Staat muss 500 Mio. Euro weniger für Rettung der Bank geben

Die Krise bei der portugiesischen Banco Espirito Santo (BES) und der Firmengruppe gleichen Namens kostet nun auch den Chef der portugiesischen Telekommunikationsgesellschaft Portugal Telecom den Job. Henrique Granadeiro gab am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt.

Portugal Telecom ist mit 2,1 Prozent an der Bank beteiligt und hatte einer Holding der Gruppe Espirito Santo ein Darlehen in Höhe von knapp 900 Mio. Euro gewährt. Die Holding - Rioforte - zahlte das Geld nicht zurück. Sie ist mittlerweile pleite.

In seinem von der portugiesischen Presse zitierten Rücktrittsschreiben beteuerte Granadeiro, er habe die Interessen des Unternehmens "bis aufs Äußerste" verteidigt. Die Zahlungsunfähigkeit der Gruppe Espirito Santo habe ihn "überrascht".

Die Unregelmäßigkeiten bei der Dach-Holding Espirito Santo International (ESI) waren Mitte Juni bekannt geworden; sie soll Verluste in Höhe von 1,3 Mrd. Euro verschleiert haben. Auch die BES geriet in Schieflage. Anfang August eilte die portugiesische Regierung zur Rettung des Geldinstituts.

Finanzministerin Maria Luís Albuquerque teilte am Donnerstag mit, der Staat werde dafür 3,9 Mrd. Euro zur Verfügung stellen statt wie zunächst geplant 4,4 Mrd. Euro. Die Finanzbranche stockte ihren Anteil am insgesamt 4,9 Mrd. Euro umfassenden Rettungspaket entsprechend auf.

Die BES wurde in zwei Teile zerschlagen: Faule Kredite wurden in eine "Bad Bank" ausgelagert, Eigentümer sind die bisherigen Aktionäre der BES. Aus dem gesunden Teil wurde mit den 4,9 Mrd. Euro eine neue Bank namens Novo Banco. Damit kamen erstmals die neuen EU-Regeln zur Bankenrettung zur Anwendung. (APA, 8.8. 2014)



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