Maler Herbert Volkmann gestorben

8. August 2014, 12:06
posten

Enger Freund von Jonathan Meese - Der Rausch war eines seiner großen Themen

Berlin - Kunst als Rausch: Der Maler Herbert Volkmann, ein enger Freund von Jonathan Meese, ist mit 60 Jahren gestorben. Der jahrzehntelang drogenabhängige Künstler hatte in den letzten Jahren durch seine expressiven, symbolisch aufgeladenen Prominentenporträts für Aufmerksamkeit gesorgt. 2009 zeigte er zusammen mit Meese die Ausstellung "Fleisch ist härter als Stahl" mit Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten.

Sein Galerist sagte, Volkmann habe in den letzten Jahren den Drogen abgeschworen und sich ausschließlich der Kunst gewidmet. Er starb am 6. August in Berlin in einem Krankenhaus. Noch vor einem halben Jahr hatte er in der Galerie unter dem Titel "Society Coma" eine große Einzelausstellung zu seinem 60. Geburtstag.

1954 in Berlin geboren, war der hochbegabte Kunststudent und Meisterschüler 1978 zunächst in den Fruchtgroßhandel seines Vaters eingestiegen. Nach der Wende verdiente er mit Obst viel Geld und baute damit eine bedeutende Kunstsammlung auf - unter anderem mit Werken von Damien Hirst, Jonathan Meese und Daniel Richter.

1999 machte der Fruchthandel pleite. Meese brachte seinen Freund dazu, wieder mit dem Malen zu beginnen. Volkmann verwendete bei seinen von Francis Bacon mitinspirierten Bildern Magazinausschnitte und Fotos, die er collagenartig mit der Ölmalerei verband.

Von seiner Heroinsucht kam der Künstler nach zahlreichen vergeblichen Anläufen erst 2011 endgültig los - nach zwei lebensbedrohlichen Operationen. "Herbert Volkmann", heißt es in einem Essay auf der Seite seiner Galerie, "steht mit seinem Leben völlig ungeschützt vor seinem Werk, und er bekennt sich ungeschminkt und ohne Selbstmitleid zu allen Facetten." (APA, 8.8.2014)

Share if you care.