Assange rät Snowden zur Vorsicht bei Verlassen Russlands

8. August 2014, 08:17
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Wikileaks-Gründer unterstützt früheren US-Geheimdienstmitarbeiter

Der Internetaktivist und Wikileaks-Gründer Julian Assange hat dem in Russland weilenden früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snwoden zu "äußerster Vorsicht" geraten, sollte er Russland verlassen. Wenn Snowden ins Ausland reisen wolle, sollte er "extrem vorsichtig" sein, sagte Assange in einer Videokonferenz während einer Veranstaltung in Mexiko-Stadt.

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Assange, der inzwischen einen Bart und lange weiße Haare trägt, ist ein Unterstützer Snowdens, der mit seinen Enthüllungen die Affäre um die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA ausgelöst hatte.

Assange selbst lebt seit über zwei Jahren in Ecuadors Botschaft in London, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort soll er sich dem Vorwurf der Vergewaltigung und sexueller Belästigung stellen. Assange bestreitet die Vorwürfe, will sich im Detail aber nicht dazu äußern.

Motivation

Nach Darstellung des 43-Jährigen sind die Vorwürfe politisch motiviert und sollen dazu führen, dass er von Schweden an die USA überstellt werden kann. Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hat dieInternet-Enthüllungsplattform Wikileaks den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen. Die USA haben bisher aber kein Auslieferungsgesuch für Assange gestellt.

Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena hatte am Donnerstag mitgeteilt, der 31-Jährige dürfe drei weitere Jahre in Russland bleiben. Er dürfe sich frei bewegen, ins Ausland reisen und in einigen Jahren die russische Staatsbürgerschaft beantragen.

Kein Asyl

Obwohl Snowdens Enthüllungen eine weltweite Debatte über Freiheit und Datenschutz auslösten, wollte ihm bislang kein anderes Land Asyl gewähren. Auch die deutsche Bundesregierung lehnte dies trotz ihrer Empörung über die US-Überwachungsprogramme ab, die selbst vor dem Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht Halt machten.

Das deutsche Innenministerium erklärte nach der Entscheidung Russlands über die befristete Aufenthaltsgenehmigung für Snowden, es gehe weiter davon aus, dass eine Zeugenvernehmung im Ausland möglich sei. Es bestehe daher kein Anlass für eine Neubewertung der Rechtsauffassung, die die Bundesregierung gegenüber dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Spionageaffäre dargelegt habe, erklärte das Ministerium am Donnerstag in Berlin. (APA, 8.8.2014)

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