Obama erwägt Luftangriffe gegen "Islamischen Staat" im Irak

7. August 2014, 22:48
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US-Regierung erwägt laut "New York Times" Militärintervention zur Rettung Zehntausender Flüchtlinge

Washington/Bagdad - Erstmals seit dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak im Jahr 2011 erwägt Präsident Barack Obama nach Angaben aus der Armee wieder einen Militäreinsatz in dem von Islamisten bedrohten Land. Es gehe darum, den Vormarsch der extremistischen Sunniten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu stoppen und die dadurch ausgelöste Katastrophe für die Menschen einzudämmen, sagte der Insider am Donnerstag in Washington. Zuvor hatte die "New York Times" gemeldet, Obama prüfe eine Reihe von Optionen, um den rund 40.000 Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden zu helfen, die auf der Flucht vor den Extremisten in den Bergen Nordiraks ausharren. Neben Luftangriffen auf IS-Stellungen werde auch eine humanitäre Hilfsaktion wie das Abwerfen von Lebensmitteln erwogen, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen hohen Regierungsvertreter.

Präsidialamtssprecher Josh Earnest hatte zuvor bekanntgegeben, dass Obama sich mit Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrates getroffen habe. Er lehnte eine direkte Stellungnahme zu einem militärischen Eingreifen ab, sagte aber, jede Militäraktion würde eng begrenzte Ausmaße haben. Man arbeite eng mit der Führung in Bagdad und den Kurden im Norden des Landes zusammen, um deren Anstrengungen zu unterstützen.

Appell

Erst am Mittwochabend appellierte der Außenminister der Autonomieregierung Kurdistan (KRG), Falah Mustafa Bakir, an die internationale Gemeinschaft, die irakischen Streitkräfte zu unterstützen. "Beim Kampf gegen die Terroristen der ISIS (IS, Anm.) werden wir alleine gelassen", sagte Bakir in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. "Ich denke, dass die Vereinigten Staaten eine moralische Verpflichtung haben, uns dabei zu unterstützen. Denn hierbei handelt es sich um den Kampf gegen Terrorismus", so Bakir.

Die Situation übersteige die Kapazitäten der irakischen Luftstreitkräfte. Der Irak brauche die USA und die NATO, denn dies sei ein Kampf gegen den Terrorismus.

Vormarsch der Islamisten

"Wenn Sie sich die Mitglieder der ISIS anschauen - Es sind Amerikaner, Deutsche, Briten, Franzosen, Italiener. Es ist also eine internationale Terrororganisation. Daher sollte sich auch die internationale Gemeinschaft in der Verantwortung sehen, die ISIS zu bekämpfen", forderte Bakir.

Die Sunniten-Extremisten der IS haben in den vergangenen Tagen weitere Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Zehntausende Jesiden sind vor den Islamisten auf den Berg Sinjar geflohen. Sie sind nach UN-Angaben ohne ausreichend Wasser und Lebensmittel in der Bergregion eingeschlossen. Mindestens 40 Kinder seien bereits an Dehydrierung gestorben. (APA/Reuters, 7.8.2014)

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