Siemens VAI streicht in Linz 290 Jobs

7. August 2014, 17:34
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Ein Sozialplan ist in Ausarbeitung

Wien – Weil die Aufträge drastisch eingebrochen sind, baut der Anlagenbauer Siemens VAI am Standort Linz insgesamt 290 Mitarbeiter – 190 aus der Stammbelegschaft, 100 Leiharbeiter – ab, wie der "Kurier" berichtet. Der Betriebsrat verhandelt demnach derzeit über einen Sozialplan, so Vorsitzender Gerhard Bayer. Mit dem neuen Mehrheitseigentümer Mitsubishi hätten die Einschnitte nicht unmittelbar zu tun. Siemens streicht auch an deutschen Standorten Arbeitsplätze.

Seit Siemens im heurigen Frühling bekanntgegeben hat, die Mehrheit der Linzer VAI an Mitsubishi Heavy Industries (MHI) abzutreten, ist über einen Stellenabbau spekuliert worden. Eine von den Mitarbeitern erhoffte Jobgarantie hat es nicht gegeben.

Zweite Welle

"Wir wurden informiert, dass es eine zweite Abbauwelle gibt, die 290 Mitarbeiter trifft", so Bayer zum "Kurier". Die erste Welle hatte es im Vorjahr gegeben, ursprünglich sollten bereits damals 400 der insgesamt 1.600 Beschäftigten ihre Jobs verlieren. Weil sich die Auftragslage aber kurzfristig verbessert habe, "sind es dann nur 200 geworden. Aber das hat nicht gereicht, das ist die bittere Realität".

Der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Johann Kalliauer, sieht den Grund für den Abbau sehr wohl im Eigentümerwechsel: "Unsere Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet. Die Lage ist fatal. Die Versprechungen der beiden Eigentümer waren leer." Sie hatten im Frühjahr betont, dass ein Zusammenschluss Siemens VAI besser absichere – vor allem durch den besseren Zugang zu Aufträgen aus Asien.

Schlechte Auftragslage

Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) sieht wie Bayer den Grund in der schlechten Auftragslage. An der sozialen Abfederung werde sich das Land beteiligen: "Kernelement des Sozialplans ist für die 190 Mitarbeiter unsere Stahlstiftung mit Existenzsicherung und Weiterbildung", so Strugl. Der Abbau sei für den oberösterreichischen Arbeitsmarkt aber schwierig zu bewältigen. (APA/red, derStandard.at. 7.8.2014)

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