Münchener Rück entsetzt über Preiskampf

7. August 2014, 17:06
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Der Konzern verzichtet laut ihrem Chef wegen harten Wettbewerbs auf Geschäfte

München - Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück schlägt angesichts des harten Preiskampfes in seiner Branche Alarm. "Ich bin enttäuscht, verärgert, teilweise sogar entsetzt, wenn ich sehe, was an den Märkten passiert", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Donnerstag in München.

Einige Konkurrenten hätten sich am stagnierenden Rückversicherungsmarkt aggressive Wachstumsziele gesetzt und wollten diese mit Hilfe von Kampfkonditionen erreichen. "Ich bin lange genug im Geschäft, um sagen zu können: Das ist eine ungute Entwicklung", sagte der 58-Jährige, der seit 2004 an der Spitze der Münchener Rück steht.

Das Unternehmen hat um die Jahrtausendwende selbst eine tiefe Krise durchlaufen, weil es zu hohe Risiken eingegangen war. Laut von Bomhard hat der Konzern daraus seine Lehren gezogen und macht Geschäfte nicht mehr um jeden Preis. Bei der jüngsten Erneuerung von Rückversicherungsverträgen zum 1. Juli ging das Prämienvolumen bei den Münchnern um gut 7 Prozent zurück, darin enthalten ist ein Preisrückgang von 3,6 Prozentpunkten. "Wir verzichten auf Umsatz in den von scharfem Wettbewerb bei Preisen und Bedingungen über Gebühr betroffenen Sparten und Regionen", sagte der Vorstandschef. (APA, 7.8.2014)

  • Vorstandschef Nikolaus von Bomhard versteht seine Branche nicht mehr.
    foto: reuters/rehle

    Vorstandschef Nikolaus von Bomhard versteht seine Branche nicht mehr.

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