Tränengas in Textilfabrik in Bangladesch

7. August 2014, 16:47
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Rund 400 Textilarbeiter wurden aus einer Fabrik vertrieben, in der sie für die Auszahlung ausstehender Löhne protestierten

Dhaka - Mit Tränengas und Schlagstöcken hat die Polizei in Bangladesch am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben rund 400 Textilarbeiter aus einer Fabrik vertrieben, in der diese für die Auszahlung ausstehender Löhne protestierten. "Sie haben uns gezwungen, die Fabrik zu verlassen", sagte die Streikleiterin Moshrefa Mishu.

Die Näherinnen in der Fabrik waren ihren Angaben nach in einen Hungerstreik getreten, weil 1500 Arbeiterinnen der Tuba-Gruppe seit drei Monaten keinen Lohn erhalten hätten. Sie fordern demnach zudem Urlaubsgeld für die freien Tage rund um das islamische Fastenbrechen.

Der Inhaber der Tuba-Gruppe, Delwar Hossain, war im Februar ins Gefängnis gekommen, weil er mitverantwortlich sein soll für den Brand in einer seiner Textilfabriken im Jahr 2012, bei dem 111 Arbeiter starben. Hossain wurde in der vergangenen Woche gegen Kaution freigelassen.

Polizeichef M.A. Jalil wies die Vorwürfe der Protestierenden zurück. Die Polizei habe die Näherinnen zwar aus der Fabrik entfernt, doch ohne Gewalt. Tränengas und Schlagstöcke seien erst eingesetzt worden, als die Arbeiterinnen auf die Straße stürmten und dort Autos und Busse attackierten. (APA, 7.3.2014)

  • Die Näherinnen wehren sich mit Streik.
    foto: reuters/abir abdullah

    Die Näherinnen wehren sich mit Streik.

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