Wild ist der Westen

7. August 2014, 17:17
posten

Christiane Schulz und Julia Ribbeck mit neuem Programm "Die Mädchen und der Wilde Westen"

Ihr komisches und gesangliches Talent haben Christiane Schulz und Julia Ribbeck als "Die Mädchen" bereits gezeigt. Das Programm Die Mädchen und der Wilde Westen überzeugt zusätzlich durch bewusst eingesetzte Instrumentalisierung der Songs. Deren Auswahl lässt zwar gelegentlich schaudern - vor allem das "Medley" ist nichts für schwache Nerven, wenn Gus Backus' Häuptling der Indianer dargebracht und einem bayrischen Cowgirl gehuldigt wird. Aber das ist schließlich schon der Beinahe-Rausschmeißer-Song, bevor mit Wild von David Wagner ein poetischer, selbstironischer Song das Programm beendet.

Davor wird wildest gemixt: Gaynors I will Survive mit Songs von Fanny van Dannen, Go West oder der 30 Jahre alte Ärzte-Song Kopfhaut. Dramaturgisch geht es auch nach Die Heimat, Die Liebe und Der Tod und die Mädchen im Westen um das Dasein an sich, das Frausein im Speziellen, vordergründig Alltägliches, das die beiden zu etwas Allgemeingültigem machen. Man kennt das ja möglicherweise, so die Ausgangsidee: das Gefühl, alles hinter sich zu lassen, endlich etwas Wildes zu machen, man träumt davon, der Mutter ein "Nein!" ins Gesicht zu donnern, und erwacht doch mit einem Plastikmesser im Rücken und dem sicheren Gefühl, das stecke etwas "im Kreuz, das einen lenkt". Dass dabei Ukulele, Mundharmonika oder Beatbox aufs Feinste verwendet werden, versteht sich. David Wagner, der "Mann am Klavier" ist viel, viel mehr als das. Nicht nur spielt er mehrere Instrumente gleichzeitig, auch seine Stimme ist unverzichtbarer Bestandteil des "Mädchen"-Programms. (wkh, DER STANDARD, 8.8.2014)

Share if you care.