Wie Säugetierkot und bedecktsamige Pflanzen den Käfern halfen

6. August 2014, 17:04
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Forscher gingen den Querverbindungen zwischen verschiedenen Tier- und Pflanzengruppen nach

Bonn - Bedecktsamige Pflanzen - manchmal vereinfacht als "Blütenpflanzen" bezeichnet - reichen "nur" bis ins Erdmittelalter zurück. Seitdem aber haben sie sich zu einer großen evolutionären Erfolgsgeschichte entwickelt - und wirkten sich ihrerseits maßgeblich auf die Tierwelt aus.

Von welchen Faktoren die Entwicklung einiger Käfergruppen abhing, untersuchten Forscher des Bonner Leibniz-Instituts für Biodiversität der Tiere (ZFMK) und des Natural History Museum in London. Sie rekonstruierten den Stammbaum von Blatthornkäfern, zu denen Maikäfer, aber auch Dung- und Hirschkäfer gehören. Und diese entwickelten sich unterschiedlich schnell, wie die fossiliengestützte Datierung der verschiedenen Entwicklungslinien zeigte.

Was ein Käfer so braucht

So folgte die Evolution der vegetarischen Maikäfer, die heute mit weltweit ca. 25.000 Arten eine der artenreichsten Käfergruppen darstellen, der Diversifizierung der bedecktsamigen Pflanzen etwa ab der Mittleren Kreide auf dem Fuße.

Pillendreher und andere Dungkäfer hingegen entstanden erst nach dem Aussterben der Dinosaurier und der Auffächerung der Säugetiervielfalt - insbesondere nach dem Aufkommen der Paarhufer. Deren Evolution wiederum hing von den Pflanzen ab und wurde von der Ausbreitung von Steppen und Savannen im Miozän vorangetrieben.

Die Hypothese, dass Dungkäfer bereits Dinosaurierkot fraßen, sehen die Forscher als unwahrscheinlich an. Dass die Entwicklung der Vegetarier und Dungfresser unter den Blatthornkäfern mehrfach unabhängig erfolgte, zeigt auch, wie verlockend die neuen Ressourcen waren. (red, derStandard.at, 6. 8. 2014)

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