Weitere Verluste: Surface kostet Microsoft Milliarden

7. August 2014, 08:09
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Laut Bericht auch im letzten Quartal mit Negativbilanz – neue Konzernausrichtung könnte Ende bedeuten

Der IT-Riese Microsoft hat mit seinen Surface-Convertibles die Gewinnzone noch nicht erreicht. Obwohl sie sich mittlerweile besser verkaufen sollen, schrieben die Geräte bisher laut Computerworld noch in jedem Quartal Verluste.

Geschätzter Quartalsverlust von 360 Millionen Dollar

Microsoft hat allerdings für das am 30. Juni zu Ende gegangene Quartal lediglich den erwirtschafteten Umsatz für die Produktschiene genannt, der bei 409 Millionen Dollar lag. Die Ausgaben wurden, im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Quartalen, nicht genannt.

Daher hat Computerworld anhand einer Form-10-Bekanntgabe von Microsoft vom vergangenen Freitag sowie anhand von Daten aus vorhergehenden Berichten eine eigene Kalkulation durchgeführt. Diese beziffert den Aufwand im gleichen Zeitraum mit 772 Millionen Dollar, woraus sich eine negative Gesamtbilanz von 363 Millionen Dollar ergibt. Eine andere Berechnung, durchgeführt von Jackdaw Research, liefert mit 733 Millionen an Kosten bzw. 324 Millionen Verlust ähnliche Zahlen.

Abschreibungen und Produktionskosten

Ein nicht bezifferter Teil der Aufwände soll aus Abschreibungen bestehen, die sich aus der Entwicklung und geplanten Herstellung eines kleineren Surface Mini ergeben. Ein Vorhaben, das Microsoft allerdings praktisch im letzten Moment gestoppt haben soll.

Zu beachten ist außerdem, dass der Verkauf des Surface Pro 3 erst gegen Ende des Quartals begonnen hat und das Gerät zudem auf vielen Märkten noch nicht verfügbar ist, die Produktionskosten aber noch in diesem Zeitraum zu verbuchen sind. Surface Pro 3 könnte also durchaus noch ein gewinnbringendes Produkt werden. Das neueste Modell ist in Österreich ab Ende August zu haben.

Fragezeichen über Surface-Zukunft

Konzernchef Satya Nadella will das Hardware-Portfolio allerdings an die Gesamtstrategie des Unternehmens als Plattform- und Serviceanbieter anpassen, was auch bedeuten kann, dass die Tage von Surface bald gezählt sein könnten, obwohl sich die Kombination aus Tablet und Laptop letztlich zu einem guten Produkt entwickelt hat. Ein ähnliches Schicksal hatte schon Microsofts iPod-Konkurrent Zune ereilt, erinnert man bei The Verge.

Insgesamt hat sich die Surface-Reihe bisher als Milliardengrab erwiesen. Unter Berücksichtigung der Zahlen von Computerworld ergeben sich Gesamtverluste von 676 Millionen Dollar für das Finanzjahr 2014. Rechnet man die Zahlen seit der Veröffentlichung der ersten Surface-Generation durch, summieren sich die roten Zahlen bisher auf 1,73 Milliarden Dollar. (gpi, derStandard.at, 7.8.2014)

  • Bisher ein teures Verlustgeschäft: Microsofts Surface-Reihe.
    foto: derstandard.at/pichler

    Bisher ein teures Verlustgeschäft: Microsofts Surface-Reihe.

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