Rangnick sieht kein Financial-Fair-Play-Problem bei Red Bull

6. August 2014, 12:43
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Sportdirektor verweist auf englische Großclubs und die gängigen Praktiken im internationalen Fußball

Salzburg - Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick hat die Vorgehensweise des Konzerns im Fußball am Dienstag auf einer Pressekonferenz vor dem Europacup-Heimspiel von Salzburg gegen Karabach Agdam verteidigt. "Bevor jemand anfangen muss, sich mit uns zu beschäftigen, hat die FIFA oder die UEFA in vielen anderen Standorten jede Menge zu tun", sagte Rangnick auf das Financial Fair Play angesprochen.

Neben der Kritik von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge waren zuletzt auch die Transfers von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer und des Belgiers Massimo Bruno hinterfragt worden. Beide waren für Millionensummen vom Partnerclub RB Leipzig verpflichtet worden, wurden aber sofort an Salzburg verliehen. "Das ist eine völlig gängige Praxis im internationalen Fußball", meinte Rangnick.

Der Sportchef verwies exemplarisch auf die englischen Großclubs Manchester United, Manchester City und Chelsea. "Es sollen sich alle Verantwortlichen, die sich mit uns beschäftigen, anschauen, wie viele Spieler von internationalen Clubs verliehen sind. Es gibt manche davon in England, die wissen wahrscheinlich selber nicht mehr, wie viele sie wohin verliehen haben", erklärte Rangnick. "Die haben extra Leute dafür eingestellt, damit sie den Überblick behalten."

Die Tatsache, dass er selbst sowohl für den österreichischen Meister als auch für den deutschen Zweitligisten Leipzig als Sportdirektor fungiert, hält Rangnick nur für sinnvoll. "Es kam auch einmal die Frage nach den Synergien. Wir wären dumm, wenn wir diese Möglichkeit nicht nutzen würden", betonte der Deutsche, der seit etwas mehr als zwei Jahren für Red Bull tätig ist.

Bayern-Vorstandschef pro Financial Fairplay in deutscher Liga

Rummenigge hat in der Diskussion um RB Leipzig seinen Vorschlag für das Lizenzierungsverfahren erneuert. Er würde es begrüßen, Financial Fairplay auch in der deutschen Bundesliga einzuführen, damit Mäzene Clubs nur bis zu einem bestimmten Betrag finanziell unterstützen können.

"Dann darf der Herr Mateschitz (Red-Bull-Milliardär, Anm.) per anno maximal 15 Millionen pro Jahr investieren - oder 45 Millionen für drei Jahre", sagte Rummenigge in einem Interview der "Sport Bild" (Mittwoch-Ausgabe).

Die DFL sagte auf Anfrage, dass es aus ihrer Sicht keinen neuen Stand gibt. Der Verband bleibt bei der Position, die Geschäftsführer Andreas Rettig vor einem guten Jahr darstellte. "Für uns ist das noch eine Art Black Box und noch nicht greifbar. Deshalb können wir heute nicht sagen, wir übernehmen das in unserem Lizenzierungsverfahren", hatte Rettig gesagt. (APA, 6.8.2014)

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